Plan B

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Unsere Lippen trafen sich. Diesen Moment würde ich nicht so schnell vergessen.
Stefan ist so romantisch und seine Art ließ mich immer wieder dahinschmelzen. Er küsste mich ganz sanft ohne es zu schnell anzugehen. Er konnte so gut küssen. Wie viele Mädchen hatte er schon so geküsst? Als ich daran denken musste wie er Alison küsste, wurde mir schlecht. Stefan bemerkte wohl, dass etwas nicht stimmte und stoppte kurz.

"Was ist los?", fragte er besorgt.
Ich schüttelte den Kopf und sagte:
"Nichts."
Wieder küsste er mich doch dieses Mal viel leidenschaftlicher.
Plötzlich musste ich an Ryan denken. Wieso zur Hölle dachte ich an Ryan wenn ich Stefan küsste? Ich dachte an seine Augen und an seine geheimnissvolle Art. Nein. Ich mag Stefan, nicht Ryan. Stefan ist nett, süß und romantisch ... aber Ryan ist sexy, witzig und er ist ...  ein schlechter Umgang für mich, versuchte ich mich selbst zu überzeugen.

Dieses Mal stoppte ich den Kuss und leckte über meine Lippen. Er öffnete seine Augen und sah mich an.
"Ich mag dich wirklich sehr Catherine.", sagte er und ließ seinen Blick nicht von meinen Augen.
"Ich mag dich auch Stefan."

Auf dem Weg zurück in mein Zimmer, kam mir Ryan entgegen. Sofort fühlte ich mich schuldig.

"Hey", begrüßte ich ihn.
"Hey", sagte er etwas distanziert.
Ich wusste nicht was ich sagen sollte und sah kurz auf den Boden.
"Ich sehe, dass es dir besser geht.", sagte er.
Ich sah in seine roten Augen, sie kamen mir heute dunkler vor. Er sah so gut aus.
"Eh, ja. Mir geht es besser. Ich muss mich nur ausruhen sagt Mrs Hale."

Eigentlich ging es mir beschissen, aber ich wollte ihn nicht mit meinen Problemen belasten.
Er nickte.
"Ich muss dann mal los. Eh ... Ethan ... er wartet auf mich."
Ich wollte nur schnell weg. Ich wollte nicht mit ihm reden. Es war mir zu unangenehm.
"Ethan ist ausgegangen."
"Ich... ich meinte eigentlich Freya.", stotterte ich.
"Sie ist mit Ethan ausgegangen."
Scheiße.
"Hab ich Freya gesagt? Ich meinte Evelyn.", versuchte ich mich aus der Situation zu retten.
Er sah mich misstrauisch an.
"Du willst mich los werden.", sagte er dann nach ein paar Sekunden Schweigen.
"Nein... ich..."
"Du kannst nicht lügen rainbow.", sagte er grinsend.
Ich gab es zu, ich hatte den Namen rainbow vermisst. Ich hatte ihn seit langem nicht mehr grinsen sehen. Ich konnte es nicht aufhalten und lächelte auch.
"Wir sehen uns rainbow.", sagte er und lächelte leicht.
Er musterte mein Gesicht und ging.

In meinem Zimmer, legte ich mich aufs Bett. Zwei Dinge gingen mir nicht mehr aus dem Kopf.
Stefan und Ryan. Wieso, kann ich nicht einfach mit Stefan glücklich zusammen sein? Wieso kam Ryan und machte alles durcheinander?
Als ich lange überlegte, fiel mir eine Frage ein.
Bin ich in beide verliebt?

Ein Klopfen weckte meine Aufmerksamkeit auf die Tür.
"Cat?"
"Komm rein Freya."
Sie kam in mein Zimmer und war ganz rot im Gesicht.
"Was ist passiert?", fragte ich.
"Ich hatte ein Date mit Ethan.", flüsterte sie und grinste süß.
"Das habe ich gehört. Und?", fragte ich grinsend.
"Und ... wir haben uns geküsst.", sagte sie und schrie vor Freude.
"Das hat ja lange gedauert.", lachte ich.
"Ja ich weiß."
"Seit ihr ein Paar?", fragte ich dann.
Freya wurde rot und konnte nicht aufhören zu grinsen. Sie nickte.
Eigentlich wollte ich ihr erzählen, wie merkwurdig Ethan sich in letzter Zeit verhielt, aber ich wollte ihrem magischen Moment nicht zerstören. Endlich konnte sie mit Ethan glücklich sein.

Ich erzählte ihr noch, dass Stefan mich geküsst hat.
"Wieso bist du dann nicht glücklich?", fragte Freya.
Ich zuckte mit den Schultern.
"Ich glaube ..."
"Was? Oh nein. Du magst noch jemand anderes. Nicht wahr?"
Ich nickte.
"Ryan", sagte sie sofort.
"Was? Wieso? Wie kommst du auf sowas?", fragte ich schockiert.
"Das sieht man doch sofort. Wie du ihn ansiehst und wie er dich ansieht."
"Oh nein. Hat Stefan es auch bemerkt?", fragte ich und dachte an unseren Kuss.
"Nein, sonst hätte er dich nicht geküsst oder ... nein, vergiss es."
"Sag schon!", schrie ich schon fast.
"Nein. Stefan würde das nicht machen. Er ist viel zu nett."
"Freya?"
"Vielleicht wusste er dass du etwas für ihn empfindest und wollte das nur machen, weil er möchte das du ihm gehörst."

Abends, lag ich auf meinem Bett und ging auf Facebook online. Ich bemerkt wie ich Nachrichten bekam und las sie mir durch. Meine Eltern hatten mir nicht geantwortet, aber sie haben die Nachricht gesehen. Von Ryder hatte ich nur eine Nachricht bekommen.

Wo zur Hölle steckst du Cat?! Kannst du mich bitte anrufen? Deine Nummer existiert nicht mehr.

Ich wollt unbedingt mit ihm reden. Plötzlich bekam ich eine Idee. Es war bestimmt eine dumme Idee, aber ich könnte es doch versuchen.

Auf dem Weg zu Lexi's Büro, klopfte ich drei Mal an der alten Tür.
"Komm rein.", hörte ich Lexi's Stimme.
Ich betrat den Raum und sah mich um. Lexi saß auf ihrem Stuhl und tippte auf ihrer Tastatur rum.
"Cat! Setzt dich."
Genau das tat ich dann auch und fasste meinen ganzen Mut zusammen und sagte:
"Kann ich einen Freund aus der Außenwelt kontaktieren? Oder besuchen? Und meine Eltern anrufen?"
Lexi sah mich perplex an und hörte auf mit tippen. Sie machte ihre Hände auf den Tisch und seufzte.
"Cat ...", sagte sie nur.
"Du kennst die Regeln. Kein Kontakt mit der Außenwelt.", fuhr sie fort.
"Aber ich muss mit ihnen reden. Bitte."
"Nein."
"Lexi. Bitte. Ich muss sie wenigsten nur kurz sehen. Ich kann sie auf Facebook anrufen. Ein Videoanruf oder einfach mit dem Handy anrufen. Das bringt doch keine Gefahr mit sich."
"Das weißt du nicht. Glaub' mir das endet nicht gut wenn du mit deiner früheren Welt Kontakt nimmst. Damit habe ich Erfahrung.", sagte sie.
"Was meinst du damit?", fragte ich.
Wieder seufzte sie.
"Letztes Jahr, ging ein Mädchen hier ins Internat. Sam heißt sie. Außerdem vermisste sie ihren Vater sehr. Genau wie andere Schüler hier. Aber sie konnte es nicht akzeptieren, ihren Vater nicht mehr zu sehen, weil er ihr einziges Familienmitglied war ...", erzählte Lexi und machte eine kurze Pause.
"... Und eines Abends ist Sam dann vom Internat geflüchtet. Sie ist zur ihrem Vater zurück gegangen. Wir haben es am nächsten Abend herausgefunden. Samantha stand mir sehr nahe. Ihre Kräfte wurden gestohlen. Von The Fearless, die die dich entführt hatten. Normalerweise. Sie war genauso schockiert wie ich und sie weinte sehr viel. Jetzt lebt sie mit ihrem Vater und ist glücklich mit ihrem normalen Leben."
"Sie ist nicht mehr übernatürlich?", fragte ich.
"Nein. Das wird sie auch nie wieder sein. Diese Gabe bekommt man nur von Geburt aus an."
"Siehst du sie noch?"
"Ich habe sie seit längerer Zeit nicht mehr gesehen. Eure Regeln gelten auch für mich. Natürlich gibt es bei mir Ausahmen, weil ich mich schon besser auskenne als ihr.", erklärte Lexi.
Ich nickte und wieder fiel mir etwas ein, das ich Lexi noch fragen wollte.
"Und habt ihr danach nichts mehr unternommen, weil einer der Übernatürlichen verschwunden ist?", fragte ich.
Sie überlegte. Sie wusste nicht ob sie mir die Wahrheit sagen sollte oder nicht. Aber ich kannte sie bereits schon.
"Nein.", log sie.
Sie sah auf ihren Bildschirm und wollte weiter tippen als ich sagte:
"Und die unsichtbare Mauer?"
Sofort drehte sich ihr Kopf zu mir.
"Woher ... ?"
"Als wir das letzte Spiel im Maskenball gespielt hatten, bin ich mit Ryan gegen etwas gestoßen und wir wussten nicht was es war. Wir wussten nur das wir es nicht sehen konnten und das es verhindert das wir weglaufen. Genau wie Samantha.", sagte ich.
"Als Sam weggerannt ist, konnten wir nicht zulassen, das so etwas wieder geschieht. Also, habe ich eine unsichtbare Mauer hergestellt.", erklärte Lexi und sagte nun die Wahrheit.
Als ich hörte wie sie sagte "...Ich habe eine unsichtbare Mauer hergestellt.", konnte ich nicht widerstehen noch mehr davon zu hören.
"Und wie hast du das gemacht?", fragte ich neugierig.
"Mit einem Zauber. Ganz einfach. Aber das werd' ich dir nicht erklären."
"Ok. Mehr brauche ich nicht zu erfahren.", sagte ich lächelnd.
Misstrauisch sah Lexi mich an.

Ja, ich hatte einen Plan. Lexi zu fragen hatte wohl nicht funktioniert.
Ich wusste, dass ich ein Risiko einging, aber das war mir in dem Moment egal.

Ich danke euch für 1.87K!:)
-Cindy

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