>Chapter 35<

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Hinter meiner Mutter betrat mein Vater die Küche. Ich dachte er wäre noch auf Geschäftsreise oder so? Verwirrt sah ich die beiden an und wartete das sie redeten, was sie nicht taten sondern nur abwechselnd zu dem anderen, oder uns sahen. ,,Nun sag schon Brager, wieso sind wir hier?", fragte Remy. ,,Ich- also wir", sie schaute zu meinem Vater der dann fortfuhr.

,,Also wie wir vor kurzem erfahren durften bin ich nicht Teece's leiblicher Vater. Brager und ich wollten es trotz dem noch einmal versuchen doch.. es klappt nicht. Deshalb haben wir beschlossen..", er suchte nach den richtigen Worten.. ,,Ich werde ausziehen und nach der Klassenfahrt wird Teece zu mir ziehen", mit riesigen Augen und offenen Mund sah ich die beiden vor mir an. ,,Was?", sagte ich laut. ,,Es ist besser so wen du bei deinem Vater wohnst", sagte meine Mutter. ,,Besser? Seid wann wollt ihr denn wissen was gut oder schlecht für mich ist? Erst erfahre ich, dass der Mann, den ich seid über 15 meinen Vater nenne, eigentlich nur mein Stiefvater ist!

Dann will sich mein leiblicher Vater noch mit mir treffen und jetzt soll ich in zwei oder drei Wochen wegziehen?", schrie ich schon beinahe.

,,Teece Schatz", versuchte Ari es doch ich stand auf warf meiner Mutter und meinem Vater einen vernichtenden Blick zu und ging. Sie rief mir noch nach, doch Remy und Luc hielten sie zurück. Ich verließ das Haus, denn ich brauchte meine Ruhe. Ich musste erstmal damit klarkommen, was ich gerade erfahren habe. Mitten auf dem Bürgersteig blieb ich stehen. Wo sollte ich denn jetzt hin? Zu Chloe oder doch zu Lil? Nein, besser geh ich nicht sofort zu ihr damit ich erstmal selber damit fertig werde.

Ich starte die Straße entlang, konzentrierte mich auf einen Punkt und sah dort, wärend ich in meinen Gedanken versunken war, eine Person stehen. Tränen stiegen in meine Augen, wegziehen? Von allen meinen Freunden, meiner Familie, meiner Schule, einfach allem? Ich wollte nicht umziehen, wie sollten sie mir sowas antun wollen? Ohne sie zu beachten schüttelte ich den Kopf und kam zurück in die Realität.

,,Teece?", fragte jemand. Ich drehte meinen Kopf um 90 Grad und sah ein schwarzes Auto. ,,Casper", hauchte ich leise. Sein Motor wurde ausgeschaltet und er stieg aus. ,,Teece, weinst du etwa?", fragte er und nahm mich in den Arm. ,,Hey wein nicht", ich hatte nicht bemerkt das ich weinte doch nun schluchzte ich leicht. Ich stand noch immer auf den Bürgersteig am Rande meines Grundstückes, in den Armen von Casper. ,,Komm mit", er brachte mich zu seinem Auto, hielt mir die Tür auf und schloss sie nachdem ich mich gesetzt hatte auch wieder.

Ich nahm ein Taschentuch aus meiner Hosentasche und wischte mir die Tränen weg, doch es kamen neue. Cas setzte sich neben mich und startete den Motor wieder. ,,Wollen wir zu mir fahren und du erzählst mir bei einer Tasse Kakao warum du auf der Straße weinst?", fragte er ruhig und strich mit seiner Hand über meinen Oberschenkel. Ich nickte nur und versuchte mich zu beruhigen. Wieso soll ich zu einem Menschen ziehen, der nicht richtig mit mir verwand ist, der nicht weiß was gut noch schlecht für mich ist? Ich will nicht weg von hier!

Gerade läuft zwar nicht alles perfekt hier, aber wo soll ich solche besten Freunde wieder finden? Nicht das ich meine ersetzen möchte, aber ich kann nicht damit leben wer weiß wie weit weg von ihnen zu wohnen? In der Schule nicht mit ihnen zu sein. Nicht mal schnell zu ihn fahren zu können. Nicht mehr so viel Zeit mit ihnen verbringen zu können als jetzt? Und wie soll ich jemand finden den ich so sehr liebe, falls er mich verlässt, falls sie mich verlassen.

Gott ich habe das hier nicht verdient! Ich habe meine Freundinnen nicht verdient! Ich habe Cas und Mitch nicht verdient!Ich habe das Stipendium nicht verdient! Ich habe meine scheiß Lügen, die mich Tag und Nacht begleiten nicht mal verdienen. Jeder sollte die Wahrheit wissen, doch wenn sie die wissen, wollen sie dann noch was von mir wissen? Ich habe Angst vor der Wahrheit und ich hatte auch schon immer Angst vor ihr.

Ein Badboy, meine Geschwister und IchLies diese Geschichte KOSTENLOS!