Der Richtige?!?

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> Wach auf, Schätzchen. Sie kommen bald.< Meine Mom weckt mich.

>Okay< antworte ich genervt. Ich habe keine Lust aufzuwachen, denn sobald ich die Thronhalle betreten habe, wird alles anders sein...wenn es nach meinen Eltern geht. Meine Mom, Z38g5, ist die Königin und mein Vater, D8ü2l, ist der König. Deshalb bin ich, Sa8o4j, die Prinzessin. So wie alle Jugendlichen in meinem Alter, hasse ich meinen Namen. Wer will schon Zahlen in seinem Namen haben? Aber auf unserem Planet Argom ist das normal. Die Älteren nennen sich immer bei ihrem echten Namen, aber wir Jugendlichen geben uns lieber Spitznamen. Sie sind jedoch nicht besonders kreativ. Das besondere an uns Argomen ist, dass wir zwar aussehen wie die Menschen von der Erde, aber jeder von uns hat eine andere Farbe. Mein Vater, der König, ist natürlich Königsblau. Meine Mutter hat orange Haut und ich bin leicht rosa. Rosé. Daher kommt mein Spitzname Rose. Meine Beste Freundin ist lila. Ihr Name ist deshalb Violet. Auch sie wird nachher kommen und zusehen. Ach genau. Argom, der Wasserplanet, wird nichtmehr lange bestehen. Mein Großvater hat mir als ich klein war immer eine Geschichte erzählt. Sie handelte von einem großen blauen Planet, der durch das All rast. Er ist zu schnell geflogen, sodass er krank wurde und explodiert. Nun weiß ich, dass es nicht nur eine Geschichte war. Ich weiß, dass bald alles vorbei sein wird, deshalb versuche ich immer mir alles ins Gedächtnis zu rufen, was mit mir, meiner Familie, meinen Freunden und meinem Planeten zu tun hat. >Ich bin Sa8o4j. Meine Freunde nennen mich Rose. Ich bin Rosé farbig. Ich lebe seid 17.000 Rub. Das sind 17 Erdenjahre. Meine Eltern sind der König und die Königin. Ich bin die Prinzessin. Wir leben im königlichen Schloss. Meine besten Freundinnen sind Violet und Olive. Mein Heimatplanet ist Argom. Hier gibt es viel Wasser. Jeder hier kann fantastisch schwimmen. Argom wird explodieren. Bald werde ich sterben. Bald werden wir alle sterben...<

Ich gehe meine Zähne putzen und überlege, was ich anziehen soll. Ich entscheide mich für meine kaputte Jeans und mein hellgraues Lieblingstop. Ich weiß, dass meine Mom mich zwingen wird, mich sofort wieder umzuziehen, aber in den letzten Stunden meines Teenie-Lebens sollte ich ja wohl Spaß haben dürfen, oder nicht?

Wie erwartet war Mom entsetzt als sie mich sah und schickte mich zurück in mein Zimmer um mir ein Kleid anzuziehen. Ich stehe wieder vor meinem Schrank und bin total planlos. Ich trage gerne Kleider, aber die, die Mom für mich anfertigen lässt, sind fast alle mit Reifrock. Sie sagt immer >Du bist eine Dame, Rose. kleide dich auch so<

Sie hat Recht. Ich bin eine Dame, aber kein Sahnetörtchen, dass in Tüll gewickelt wurde. Nachdem meine Zofe das vierte mal nach mir gerufen hatte und beim letzten mal ängstlich hinzufügte, dass sonst die >Frau Königin persönlich< kommen würde, entscheide ich mich für ein knielanges weißes Kleid mit dünnen Trägern. Meine blonden Locken lasse ich offen über meine Schultern fallen.

>Kind, du siehst wunderschön aus< Mom kommt auf mich zu und nimmt mich in den Arm.

>Es wird Zeit< sagt mein Vater >Die Bewerber warten schon<

Mein Vater hat einen Wahrsager rufen lassen, der ihm erzählte, dass Argom nur gerettet werden könnte, indem die Prinzessin, also ich, einen angemessenen Mann heiraten würde, der genug Führungsqualitäten besitzt um Argom nach dem Tod meines Vaters zu regieren und das ökologische Verhalten der Bewohner zu verbessern.

Das ist für mich echt dumm gelaufen. Ich fühle mich nichtmal wie eine Prinzessin. Ich habe normale Freunde, gehe auf eine normale Schule, habe normale Hobbies, aber es nutzt nichts. In kurzer Zeit wird die gesamte Thronhalle überfüllt sein, mit jungen Männern, die um meine Hand anhalten und mit dem neugierigen Volk. Die meisten Kerle, die sich gleich vorstellen, sind wahrscheinlich sowieso wegen dem Königstitel hier und nicht wegen mir. Deshalb mache ich mir keine großen Hoffnungen.

Wir nehmen auf unseren Plätzen am Ende der Thronhalle platz und warten darauf, dass unsere Soldaten die Tore öffnen. Eine halbe Stunde vergeht, während ich keinen Junge sehe, der in Frage kommt. Einer ist zu dünn. Der nächste hat einen fiesen Schnurrbart über der Lippe. Wieder ein anderer teilt uns mit, dass er pro Tag um die acht Stunden im Fitnessstudio verbringt und Gewichte stemmt. Zum Glück stimmen meine Eltern mir zu und schicken alle Kandidaten wieder nach Hause. Ich denke nicht daran, dass noch ein besserer Kerl auftaucht und sehne mich nach meinem Bett, aus dem ich vorhin mit schlechter Laune geweckt wurde. Als das Tor ein weiteres mal geöffnet wird, bin ich gerade damit beschäftigt, die Rauten in dem Mosaik in unserem Boden zu zählen.

>Guten Tag, wehrter König. Wehrte Königin< Diese klare Stimme. Ich kenne sie und als ich von den Fliesen aufsehe, kann ich gar nicht glauben, wen ich sehe. Es ist Cyan. Er ist ein Jahr älter als ich und in den letzten Ferien haben wir zusammen als Bademeister am großen Teich gearbeitet.Wir haben uns damals super verstanden und ich freue mich, dass er bei den Bewerbern dabei ist, wenn ich dürfte würde ich sofort mit Ja antworten.

>Was führt dich zu uns, Cyan?< fragt mein Vater

Cyan verbeugt sich >Ich möchte um die Hand ihrer Tochter anhalten, eure Hoheit<

Ja, Ja, Ja, verdammt. Kann nicht dieser Wahrsager kommen und Dad sagen, dass seine geliebte Tochter gleich an einem Herzinfakt sterben wird, wenn er sich nicht bald entscheidet? Dann ist Argom auf jeden Fall verloren.

>Denkst  du, dass du als König unseren Planet regieren könntest?<

>Ich denke, dass ich durchaus in der Lage wäre, euch ein guter Nachfolger zu sein, aber es geht mir vorallem um eure Tochter, eure Hoheit<

Beeil dich Dad, gleich ist Argom Geschichte.

>Eine letzte Frage habe ich noch, Cyan<

Na endlich. Ich komme, Baby.

>Was ist dein Beruf?<

>Ich bin ein Handwerker, eure Hoheit. Ich war beteiligt am Bau der neuen Strom...<

>Ein Handwerker?< Dad lacht und die Schaulustigen auf den Bänken stimmen mit ein. Hier läuft etwas gewaltig schief.

>Meine Tochter verdient etwas besseres als einen Handwerker. Du kannst gehen Cyan. Ha, ein Handwerker.<

Cyan schaut mich ein letztes mal gekränkt an und es zerreist mir das Herz. Meine Zukunft mit Cyan wurde innerhalb von 5 Minuten zerstört. Während er sich umdreht und mit den Händen in den Hosentaschen zum Tor geht, sammeln sich Tränen in meinen Augen und am Liebsten würde ich mich irgendwo verstecken und leise vor mich hin weinen. Natürlich geht das nicht. Ich muss ja noch zusehen wie Dad mir einen Ehemann sucht. In Gedanken bin ich bei den letzten Ferien, als ich mit Cyan am großen Teich gearbeitet habe und merke nicht, dass sich das Tor schon für den nächsten Bewerber öffnet. Auch diesmal zwingt mich die Stimme aufzusehen.

>Eure Hoheit, ich bin hier, weil ich das Potenzial habe euer Nachfolger zu werden< Es ist Chestnut. Seine Mum und meine Mum haben sich, als wir noch kleiner waren, oft zum Tee getroffen und deshalb mussten Chestnut und ich immer miteinander spielen. Während ich auf der Toilette war hat er die Nähte am Rücken meines Teddys aufgetrennt und die Füllung benutzt um seine Spielzeugautos sauber zu machen. Ich habe ihn schon immer gehasst. Wieso kommt er also her und will mich heiraten?

>Also, Chestnut. Als was arbeitest du? Ich hoffe du bist kein Handwerker< Applaus und Gelächter von den "Zuschauern".

>Oh, nein. Wo denken sie hin? Ich habe gerade meine Ausbildung als Bankier begonnen.<

>Das klingt doch gut. Vielleicht kannst du mir in Zukunft bei den Steuern helfen<

>Ah. Der war gut, eure Hoheit< Beide lachen.

Hallo? Ich bin auch noch da. Ja genau die, von der das Schicksal des Planeten abhängt. Die, die bald heiraten soll. Im Moment die wichtigste Person hier im Raum. Ich habe mich wohl getäuscht. Chestnut ist nur hinter dem Titel her. Ich räuspere mich. Laut genug um Dad zu zeigen, dass es um mich gehen sollte und nicht um Steuern. Vielleicht merkt Dad ja, dass Chestnut nicht meinetwegen hier ist und wir deshalb weiter machen können. Er schaut mich überrascht an, so als ob er jetzt erst merken würde, dass ich da bin. Er nickt mir zu. Ein Glück. Ich könnte es nicht fünf minuten mit Chestnut allein in einem Raum aushalten. Schon gar nicht den Rest meines Lebens.

>Ich habe freudige Neuigkeiten. Wir haben den richtigen gefunden. Chestnut, du wirst mein Nachfolger und du wirst meine Tochter Rose heiraten.<

Ach du Scheiße...

Die Liebe von ArgomLies diese Geschichte KOSTENLOS!