Barrieren

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Barrieren - Wenn es keiner sieht 

Erste Version etwa aus dem Jahr 1980 

Im Januar 2013 durch den Autor vom Original - Manuskript aus eingescannt, korrigiert und an wenigen Stellen leicht angepasst. 

Dieser Roman ist heute in dieser Form gar nicht mehr vorstellbar. Heute gibt es so viele Kommunikationsmöglichkeiten, dass die beschriebene vollständige Isolation von der Welt nur noch schwer möglich ist. 

Für die meisten Rollen gab es lebende Vorbilder, aber an Genaueres kann ich mich weder erinnern, noch habe ich damals irgendwelche Aufzeichnungen darüber angefertigt. 

Das ändert jedoch nichts daran, dass mir ‚Barrieren' immer noch ausgesprochen gut gefällt.

Inhalt 

Inhalt 1 

1) Ferienidylle 2 

2) Enttarnung oder Wenn die menschliche Barriere fällt 27 

3) Alleine und hilflos (?) 66 

4) Rettung unmöglich 80

1) Ferienidylle 

"Wie kommen Sie eigentlich dazu, den Babysitter für diese Bande zu spielen?", kam unvermittelt die schon lange befürchtete Frage auf Dietrich hernieder und er musste sich schnell beherrschen, nicht zu sagen, dass er das auch nicht verstehen konnte. Stattdessen folgte er dem Blick des Kapitäns des kleinen Kutters, der starr auf die für Dietrich gar nicht sichtbare Fahrrinne zwischen den noch einige Hundert Meter entfernten Bojen starrte, während der Kutter auf der schmutzig-grauen See unruhig hin und her schlidderte. Unzählige weiße Möwen segelten hinter ihnen mit spitzen, durchdringenden Schreien elegant durch die Luft, um sich auf all die kleinen Kleintiere hinunterzustürzen, die von der Schiffsschraube des Kutters aufgewirbelt wurden, um sich mit ihrer Beute wieder in die Lüfte zu erheben, immer noch nicht gewiss, ob sie es auch schaffen würden, die Beute vor den Beuteräubern aus ihrer weitläufigen Familie retten zu können, um sie dann noch im Flug hinunterzuschlingen und sich erneut hinunterzustürzen. Der Kutter wirbelte feine Gischtwolken auf, die in Schwaden gegen die gut geschützte Kabine prasselten, in der sie sich im Augenblick befanden. 

"Das ist ein bisschen schwer zu erklären." wich Dietrich zunächst aus, bewusst dem forschenden Blick ausweichend, der ihn aus einem freundlichen, verwitterten Gesicht mit einem dichten Bart kommend, zu durchbohren schien. 

"Versuche es doch trotzdem einmal." entgegnete der Seebär und steuerte etwas mehr nach Backbord, sodass sich plötzlich eine riesige Gischtwolke erhob und ein schlankes Mädchen mit schulterlangen, braunen Haaren überfiel, die daraufhin erschrocken zurückwich, während der Junge neben ihr hell auflachte und sie spielerisch zurückzuhalten versuchte. 

"Anke, meine Nichte (er deutete mit dem Kopf zu dem Mädchen hinüber, das sich nun aufgebracht dem Griff des Jungen zu entziehen suchte), also die hat mir ja nicht allzu viel erzählt. Ich weiß bisher nur, dass ihr etwa eine Woche auf der Blauortinsel verbringen wollt. Warum eigentlich dort?! Durch den neuen Versuchsleuchtturm gibt es in dem Haus wohl Strom und alles, aber ... was wollt ihr eigentlich die ganze Zeit dort machen?"  

Er sah ihn kurz mit fragend gerunzelter Stirn an. 

"Sie, also das heißt, die Eltern von den sechs kamen auf mich, da ich jetzt sowieso eine Woche freihabe und einen Kleinbus fahre", beantwortete Dietrich zuerst nur die erste Frage. 

"Na und? Ihr hättet trotzdem eine erholsamere Art finden können, eure Ferien zu verbringen, oder?! Wie alt sind Sie eigentlich? 21?" 

"22", berichtigte Dietrich. "Es ist so. Ich studiere im Augenblick und meine Eltern bezahlen mein Studium. Deswegen, ... bin ich ja halt eben etwas in ihrer Schuld. Außerdem ist es vielleicht ja auch einmal ganz nett, eine Woche auf einer einsamen Insel zu sein, ohne Regeln und SO ..." 

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