Jeden Tag aufs Neue

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Wie jeden Tag stehe ich um 6 Uhr morgens auf und mache meine Morgenroutine. Als ich in den Spiegel schaue, sehe ich ein junges 17 jähriges Mädchen mit dem Namen Willow, welches dunkelbraune bis schwarze Haare hat und ebenfalls braune Augen. Falls ihr euch fragt, einen Nachnamen besitze ich nicht, sondern nur ein Geburtsdatum. 4 November 1997.

Aber bis ich 18 werde, dauert es noch ein halbes Jahr, in dem viel passieren kann. Nachdem ich aus dem Bad wieder in mein Zimmer trete, ziehe ich mir ein T-shirt mit dem Aufdruck Get out there, worüber ich eine Jeansweste mit ein paar Nieren überziehe und eine schwarze Hose an. Dazu kommen meine Chucks dazu, die schon richtig kaputt sind und ein paar Armbänder.

Danach schnappe ich mir meine Gitarre, sowie Block und mein Federetui und gehe runter in den Gemeinschaftsraum, wo wir alle gemeinsam jeden Morgen frühstücken. Nach diesem bittet mich Mrs. Cole nochmal zu sich.

"Willow? Ich möchte, dass du auf dich aufpasst und nicht all zu spät wieder da bist. Ich möchte auch, dass du heute noch mal trainierst ok?"

"Ja kein Problem Mrs. Cole ich werde nicht zu spät kommen, wahrscheinlich wie immer zum Abendbrot."

"Ok gut, dann wünsche ich dir einen erfolgreichen Tag, aber morgen wäre es schön, wenn da bleiben würdest."

"Wieso das denn?"

"Nun ja morgen kommen ein paar Leute, die ein Kind haben möchten."

"Ich schau was ich tun kann. Sie wissen, dass wir meine Einnahmen am Tag mehr als nötig haben."

"Ich weiß Kleine, aber ich möchte auch, dass du mal ein richtig und vernünftiges Zuhause bekommst und dich nicht um finanzielle Probleme sorgen machen musst."

"Ich mach es das doch gerne und so hat jeder etwas davon."

"Ja, dennoch hattest du leider nicht so eine Kindheit, wie sie dir zusteht."

"Machen Sie sich da keine Sorgen, ich bin glücklich mit dem wie es ist."

"Ok, dann darfst du jetzt gehen."

"Tschüss Mrs. Cole!"

Aus dem Heim gehe ich gut eineinhalb Stunden mit meinem Sachen durch Manhattan. An meinem üblichen Platz angekommen, welches vor dem größten Gebäudes Manhattans ist, bereite ich alle meine Sachen vor und fange erst einmal jede Menge an zu zeichnen. Die Bilder lege ich alle vor mir, sowie meinen Gitarrenkoffer und fange dann an zu spielen.

Am Anfang sind es nur belanglose Melodien, welche ich durch meine Gabe angeeignet habe. Mittlerweile sagen nicht mal mehr die Geschäftsmänner oder sonst wer was gegen mich, da es für sie zur Gewohnheit geworden ist, dass ich schöne Melodien spiele oder ab und zu mal irgendwelche Hits, die gerade sehr in sind zu singen.

Dadurch dass ich in diesem Viertel akzeptiert werde und hier eigentlich nur die oberen Schichten laufen oder auch die mittlere Schicht, bekomme ich jeden Tag genug Einnahmen und das Heim vor dem Schlimmsten zu bewahren und das wäre die Schließung.

Ab und zu muss ich mir auch noch was anderes einfallen lassen, um noch restliche Einnahmen für die Kosten zu bekommen. Die Leute wissen auch mittlerweile, wer ich bin und woher ich komme und haben auch sehr oft Mitleid mit mir.

Mich kennen auch die ganzen Geschäftsführer der umstehenden Hochhäuser oder kleinen Geschäfte, nur einer nicht und es ist genau der Mann, vor welchen Gebäude ich jeden Tag mein Überleben finanziere.

Nun während ich singe kommt eine Frau die wirklich jeder kennt. Sie bleibt eine Weile vor meinen Bildern stehen und sucht sich dann eins aus, auf diesem Bild habe ich den Tower gezeichnet, vor dem ich jeden Tag sitze und vor diesem Gebäude, sitze ich und spiele auf meiner Gitarre.

Sie wirft mir etwas Geld in den Koffer, wo sich auch schon ein paar Scheinchen gesammelt haben. Zufrieden mit ihrer Wahl verschwindet sie auch gleich mit einem Lächeln im Gesicht.

Den ganzen Tag über sitze ich auf meinem Platz und spiele meine Lieder. Und wie jeden Tag Ende ich meinen Tag mit einem und denselben Lied.

Nach diesem bedanke ich mich nochmal für die kleinen Spenden, stehe dann auf, räume alles zusammen und verlasse dann die ganzen Leute hier und mache mich dann auf den Weg zurück ins Waisenhaus, um dann meine zweite Mahlzeit am Tag zu essen und mich danach ins Training stürzen.

In den eineinhalb Stunden summe ich immer wieder Lieder vor mich hin und genieße einfach nur die Landschaft, die an mir vorbei zieht.

Ich beobachte die Leute, die nur auf ihre Handys schauen oder voller Stress durch die gegen rennen und dabei telefonieren. All zu dem frage ich mich, wie man so abhängig von der Technik sein kann.. Ich bin viel lieber im Wald und lerne, wie man dort auskommen kann, indem ich darüber Bücher lese und dies versuche praktisch umzusetzen.

Dennoch bleibt die Frage, ob ich nicht auch so wäre, wenn ich nicht im Heim leben würde... Zwar haben einige dort ein Handy, aber auch nur weil sie mit einem anderen Alter dort hingekommen sind.

Ich persönlich finde das auch gar nicht weiter schlimm, da ich sowas nicht kenne und ich auch immer jemanden bei mir habe, wenn doch wieder neue Lieder und Songtexte aus dem Internet brauche, weil mir nie jemand etwas erklärt hat, sonst würde ich das bestimmt können.

Kurz darauf trete ich auch schon die Stufen zu meinem Zuhause an und rieche schon das leckere Essen. Danke Mrs. Cole gibt es immer abends Essen und mittags gibt es erst noch Brötchen, Quark und sowas alles, da sie weiß, dass ich den ganzen Tag über nichts essen werde und erst abends wieder was zu mir nehme.

Schnell bringe ich meine Sachen weg und gehe dann wieder in den Gemeinschaftsraum, wo alles reichlich gedeckt ist. Wie ich solche Tage liebe! Wenn ich nämlich mehr als sonst einnehme, dann gibt es zwischendurch ein sozusagen großes Essensbuffet.

Bevor ich mich jedoch hinsetze, gehe ich noch zu unseren Heimleiterin und gebe ihr mein heutiges Geld.

"Wow Willow! Das ist ja fast das doppelte wie sonst!"

"Warte was?! Bis zum Schluss war da kaum was drin.."

"Aber irgendwas musst du doch gemacht haben!", ruft sie immer noch ganz begeistert.

"Mhm... zum Schluss kam noch jemand und hat ein Bild von mir gekauft und mir dann was in den Koffer geworfen haben... Das kann ich doch nicht annehmen.. Das Bild würde höchstens fünf Dollar oder noch weniger Kosten. Ich muss ihr das zurück bringen oder..."

"Ja das glaube ich auch.. Vielleicht hat sie sich nur vergriffen. Hier nimm das und wenn du sie morgen siehst kannst du es ihr ja wieder geben."

"Ja ok, das wäre das Beste."

Dann gehen wir gemeinsam zu den anderen Waisen und Betreuern und essen gemeinsam zu Abend.

Danach gehe ich in meinen separaten Trainingsraum, wo selbst die Fenster verdunkelt sind, damit man nichts sieht und trainiere noch bis in den späten Abend hinein.

Völlig am Ende schleppe ich mich ins Bad, dusche und lasse mich dann in mein Bett fallen, um danach gleich einzuschlafen.

Mein Leben, die Gabe und ich - The AvengersLies diese Geschichte KOSTENLOS!