In ,,Nicos Shitshow" versuche ich mich nicht nur ein zweites Mal an Meinungsblogging, mit einer Mischung aus aktuellen Themen, Reaktionen auf kontroverse Wattpad-Bücher und mehr oder weniger qualifizierten Meinungen ist das ganze sogar ein bisschen...
Disclaimer: Dieses Kapitel ist mindestens so alt wie die schlechten Jokes, die ich gern recycle, daher hat sich mein Stil natürlich auch etwas geändert. Behaltet das im Hinterkopf. Ich würde das Kapitel trotzdem als eines meiner besten bezeichnen, daher behalte ich es drin.
Seid gegrüßt, geliebte Brüderinnen und Brüder, zu einer neuen Ausgabe ,,Nicos Shitshow", dem Format, in dem ich meinen Uploadplan genauso streng einhalte wie Max Emre seine Livestream Versprechen. Denn eigentlich wollte ich über die Schattenseiten im KPop Milieu schreiben. Aber es kam anders.
Heute geht es um ein Thema, welches mich während meiner Recherche teilweise sehr schockiert hat. Es geht um ein Thema, welches in den Medien eine Zeit lang ziemlich präsent war, von dem man jetzt aber kaum noch etwas mitbekommt. Ein Thema, das durch andere, natürlich nicht weniger schlimme Krisen, in den Hintergrund gerückt ist. Es geht um friedliche Demonstrationen, Zensur und Foltergefängnisse.
In der heutigen Episode meiner wöchentlichen Shitshow behandeln wir die Interpretation von Kritikfähigkeit von Alexander Lukaschenko.
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Zuerst zum Allgemeinen. Der Machtbereich des Diktators ist Weißrussland, in der Kurzform Belarus. Stand 2009 beträgt die Bevölkerungsanzahl knapp 9,5 Millionen Einwohner, die offiziellen Landessprachen sind Russisch und Weißrussisch.
Am 25. August 1991 war es offiziell: Belarus ist nun unabhängig von der Sowjetunion. Der erste Präsident war von 1991 bis 1994 Stanislaus Schuschkewitsch, ihm folgte am 20. Juli '94 Aljaksandr Lukaschenka, im Westen meistens Alexander Lukaschenko geschrieben.
Seine wichtigsten wirtschaftlichen Partner sind Russland, der Iran und Venezuela. Mit Russland gründete er bereits eine Zoll- und Verteidigungsgemeinschaft, eine weiterreichende Union ist bereits seit den 1990er Jahren immer wieder in Planung, wurde bisher aber noch nicht wirklich durchgesetzt.
Seine Regierungsmethoden werden von Kritikern als undemokratisch, autoritär und marktfeindlich beschrieben, Weißrussland allgemein als die letzte Diktatur Europas. Das Parlament um Lukaschenko existiert rein als Alibi und niemand, der sich öffentlich gegen ihn stellt, würde allzu lange in einem hohen Amt bleiben. Oder überhaupt in irgendeinem Amt bleiben.
Außerdem wurden sämtliche Parlamentswahlen innerhalb seiner Amtszeit, sprich am 9. September 2001, am 19. März 2005, am 19. Dezember 2010, am 11. Oktober 2015 und zuletzt am 9. August 2020, von unabhängigen Beobachtern als undemokratisch bezeichnet. Dazu zählt, dass es bereits am 4. August, also fast eine Woche vorher, eine Wahl gab, laut Kritikern, um den Betrug vorzubereiten. Aber auch andere, bewiesene Verstöße wurden festgestellt, darunter das Entfernen der Vorhänge zwischen den Wahlkabinen, das Nicht versiegeln der Urnen und ein geleaktes Video, welches das Training von Wahlhelfern zeigt und das Endergebnis der Wahl nennt. Ohne, dass diese schon stattgefunden hatte, wohlgemerkt.
Manche wurden auch einfach komplett daran gehindert, in die Kabine zu gehen. Dat übliche halt, ne?
Swjatlana Zichanouskaja, die aussichtsreichste Kandidatin der Opposition, wurde von Vorne herein eingeschüchtert und bedroht, trotzdem machte sie keinen Rückzieher. Von offizieller Seite spricht man ihr nur 6,9% der Stimmen zu, doch sie wie die anderen Gegenkandidaten reichten Beschwerde ein, die, Überraschung, alle abgewiesen wurden. Schließlich erklärte Zichanouskaja sich zur Siegerin der Wahl und musste nach Litauen, einem Nachbarland von Belarus fliehen, denn sagen wir's so, wäre sie dort geblieben, würde sie grob geschätzt im besten Falle ganz plötzlich verschwunden sein.