Kapitel 61 - Unter ihren Füßen liegt das Paradies

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Cihans Sicht :

' Ich geh joggen' rief ich in unsere Wohnung und ging dann.

Während des Laufen, freute ich mich auf morgen, morgen ist es soweit. Morgen wird ein Schritt in die Zukunft getan, morgen wird ein besonderer Tag sein.

Mein Vater möchte mitkommen und ich weiß nicht genau, was ich davon halten soll. Am Anfang war ich so sauer und wütend, die ganzen Jahre war er nicht für uns da und jetzt kommt er und meinte es ist jetzt alles gut?

Er kam mit Geschenken und meinte, es täte ihm leid. Er dachte wir sind kleine Kinder, die mit einem Geschenk alles vergessen und verzeihen, ich bin aber keine zwei mehr, sondern zwanzig und so schnell werde ich ihm gar nichts verzeihen.

Meine Mutter hat mit mir geredet und meinte, es sei ein wichtiger Tag, ich solle mir ihn nicht ruinieren. Sie versuchte mich zu überzeugen, ihn mit zu lassen und da ich für sie alles tun würde, konnte ich es auch nicht verneinen.

Er freute sich und umarmte mich, doch ich blieb nur kalt und distanziert.

Da kam mir Sinan ins Gedächtnis, wie wir damals gespielt haben, wie wir groß geworden sind. Er war ein richtiger Bruder für mich, er war meine zweite Hälfte, er war der perfekte Freund. Egal was ich getan habe, er stand hinter mir, auch wenn er nicht wusste, was ich vor hatte, keiner konnte uns trennen.

Schon als kleines Kind wollte er zum Militär, es war sein großer Wunsch, ihm war egal, welches Opfer er dafür bringen musste, ich fand das schwachsinnig, ich wollte lieber selbstständig werden oder sowas, aber nie sowas gefährliches machen. Ich dachte es wäre eine Phase, doch je älter er wurde, desto mehr Interesse hat er gezeigt.

Mit Achtzehn verließ er uns, er versprach mir wieder zu kommen, mich nicht alleine zu lassen, doch genau das hat er nicht. Mein Bruder ist von uns gegangen, er hatte sein ganzes Leben vor sich, er konnte noch so viel erleben, seine große Liebe finden, sie heiraten, eine glückliche Familie gründen, doch er wird nie zurück kehren, ich werde ihn nie wieder sehen, ihn die ärgern können, ihn nicht mehr in Fifa besiegen, ich werde ihn nie vergessen, er ist nicht mehr bei mir, doch er hat einen großen Teil meines Herzens, in der unsere Erinnerungen sind, die wir von klein auf, bis vor kurzem hatte.

Ich bemerkte, wie eine Träne meine Wange hinunter fiel und ich wischte sie weg, zwar lass ich es mir nicht so anmerken, aber es tut so unbeschreiblich weh einen wichtigen Menschen zu verlieren, der dir viel bedeutet hat oder es noch tut.

Am meisten Mitleid habe ich mit der Mutter, sie war schon immer dagegen und Sinan war ihr erster Sohn. Ich besuche sie öfters in ihrer Nähe kommt es mir so vor, als wäre Sinan da. Sie sehen sich äußerlich nicht so ähnlich, aber ihr Charakter spiegelt sich wieder, wenn ich Sehnsucht nach ihm habe, gehe ich zu seiner Mutter. Sie beruhigt mich einfach und das weiß sie, sie meint auch immer, ich bin ihm auch ähnlich und wenn ich länger darüber nachdenke, kann ich es nachvollziehen.

Und nun will ich in die Fußstapfen meines Bruders tretten, er war für mich eine Person, die Mut uns Respekt verdient hat, ich bin deshalb zum Entschluss gekommen, dass ich es tun möchte, sehen wie er die Monate gelebt und gefühlt hat.

Ich weiß, dass ich auch drauf gehen kann und genauso einen Kummer verbreiten kann, aber ich habe mir geschworen, so ALLAH möchte, wir der zu meiner Familie zurück zu kehren.

Die Entscheidung hat auch was positives, wenn man es so nennen darf, ich und meine Traumfrau gehen gemeinsam einen Schritt in die Zukunft und ich freute mich, diese Gedanken ließen mich kurz meine Schmerzen vergessen, denn ich bin gespannt, was die Zukunft uns bringt.

Leider konnten sich Jasmin und Sinan nie kennenlernen, aber ich weiß, er würde sie lieben. Die beiden würden sich super verstehen, davon bin ich überzeugt.

Der Junge von ASKLies diese Geschichte KOSTENLOS!