Kapitel 1

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Was hatte mein Vater sich bei der ganze Sache nur gedacht?  Ich hätte wohl mehr Erfolg gehabt bei der Aufgabe ein pinkes Einhorn mit grünen Punkten zu finden, als einen Nachfolger für meinen Vater. Ich war gerade mal eine Stunde auf der Erde und wünschte mir schon jetzt nichts sehnlicher als in die Hölle zurück kehren zu können. Doch der Befehl meines Vaters war deutlich gewesen,  er hatte mich hoch auf die Erde geschickt, damit ich einen Nachfolger für ihn fand. Als ob es je jemanden geben würde, der meinem Vater das Wasser reichen konnte! Und vor allem kein menschliches Wesen, mein Vater war schließlich Satan und kein einziger Mensch auf dieser Welt war es würdig auch nur ein Wort an ihn zu richten. Doch nun stand ich inmitten eines Marktes irgendeiner unbedeutenden Stadt und nahm meine Umgebung in Augenschein. Dabei konnte man die erdrückende Menschenmasse gar nicht übersehen. Ich hasste Menschen. Sie waren laut, dumm und schwach und mir juckte es in den Fingern, den ganzen Marktplatz in Flammen aufgehen zu lassen, nur um mir einen Weg durch den ganzen Tumult zu bahnen. Nur war ich mir ziemlich sicher, das mein Vater, dass nicht gutheißen würde. Mal abgesehen davon, dass so etwas vermutlich Probleme mit den Engeln mit sich ziehen würde. Nicht das ich die nicht auch einfach in Brand stecken könnte, aber auf eine neuerliche Auseinandersetzung mit den Flügelviechern konnte ich gut und gerne verzichten. Stattdessen ging ich gemächlichen Schrittes, um den weit Möglichsten Abstand bedacht, der sich zu meinem Leidwesen auf eine handbreit beschränkte, die Straße entlang. Ein Mann rempelte mich an und packte mich am Arm.

„ Passen sie auf junges Fräulein, hier ist viel los. Die Menschenmasse kann einen ganz schön mit sich ziehen.", wagte es doch tatsächlich ein älterer Mann mich anzusprechen. Sein faltiges Gesicht  verzog sich zu einem Lächeln .

„ Fass. Mich. Nicht. An. Mensch!", zischte ich durch vor Wut zusammengebissene Zähne und um meine linke Hand erschien eine züngelnde Flamme. Erschrocken schrie er auf und taumelte zurück. Ich warf ihm einen letzten zornigen Blick zu, bevor ich meine Weg fortsetzte, diesmal deutlich schneller. Überall waren Menschen, doch mir fehlte definitiv die Geduld zu warten bis sie mir platz machten. ich atmetet tief durch, versuchte mich zu beruhigen und stieß dann alle Menschen die mir im Weg waren zu Seite, währe dich die Protestrufe geflissentlich ignorierte, bis ich grob an der Schulter gepackt wurde. ich wirbelte herum und blickte in das Gesicht eines erwachsenen Mannes von ungefährt dreißig Jahren. Sein Wettergegerbtes Gesicht war nahe an einem und er funkelte mich wütend an. Ich ließ ihm keine Zeit auch noch die Dreistigkeit zu besitzen mit mir zu sprechen, hob stattdessen meine Hand und steckte den abgetragenen Mantel von ihm in Flammen. Wie auch der Mann zuvor schrie er auf, taumelte zurück und versuchte fluchend das Feuer zu löschen, während um uns herum Geschrei losbrach.

„ Feuer!"

„ Er brennt, er brennt!"

„ Sie hat ihn angezündet!"

„ Das Mädchen war's, das Mädchen war's! ich hab's genau gesehen!"

Alle riefen durcheinander und unverzüglich wurde ich an die Eigenschaft der Menschen erinnert, alles offensichtliche auszusprechen. Hätten sie auch nur einen Funken verstand , wären spätestens jetzt alle gegangen, hätten sich versteckt oder hätten den Mund gehalten. Ihr Geschrei ging mir auf die Nerven. Ich wandte mich der Masse zu und blickte sie geradeheraus , mit meinen schwarzen Augen, an. 

Ruhe.

Niemand sprach auch nur ein Wort.

Perfekt.

Ich wandte mich wieder von ihnen ab und ging weiter die Straße entlang. Immer noch war Ruhe, bis ich um die nächste Ecke bog, absolutes Schweigen. Meine feuerroten lockigen Haare, die mir bis zu meinen Brüsten reichten, wehte mir im leichten Wind über die Schulter und mein schwarzes etwas kürzeres Lederkleid wehte leicht im Wind. Zusammen mit dem Bodenlangen schwarzen Kapuzenumhang hielten mich hier wohl viele mysteriös und gefährlich. Gut so, denn das war ich auch. 

 Während ich durch die Straßen ging, überlegte ich wo ich mit meiner Suche beginnen könnte. Ein Mensch kam als Nachfolger nicht infrage, auf keinen Fall, aber vielleicht würden die Magier dieser Welt ein besseres Bild abgeben und ich kannte sogar eine Schule, wo junge Magier unterrichtet worden. Die Academy of magics. Mein Vater hatte mir von ihr erzählt. Da würde ich meine Suche beginnen.


Die Academy of magics war nicht schwer zu finden. Nach einem kurzen Gespräch mit einer Menschenfrau und vielen Panikattacken und Nervenzusammenbrüchen ihrerseits, hatte mich eine Kutsche direkt dorthin gebracht. Nun stand ich vor den eisernen Toren und runzelte die Stirn. Wie heiß musste ein Feuer sein um Eisen zu schmelzen? Während ich noch darüber nachdachte das Tor schmelzen zu lassen, öffnete es sich mit einem vernehmlichen quietschen. Sehr schön und zwar ganz ohne Gewalt. Gelassen trat ich ein und blickte mich sorgfältig um. Die Academy of magics war eine große ältere Burg, dessen Außenwände schon mit Moos und Ranken bedeckt waren. Für menschliche Verhältnisse war sie recht schön. Natürlich nichts gegen die Festung in der Hölle, wo ich normalerweise lebte. Ich ging durch einen hohen Torbogen in einen der inneren Burghöfe und betrachtete weiter meine Umgebung. Bis jetzt war ich noch niemandem begegnet. Wie auf Kommando schlenderten mir  zwei Mädchen entgegen, die mich misstrauisch musterten.

„ Wer bist du denn? Dich haben wir hier ja noch nie gesehen.", sagte eines davon. Sie war mittelgroß, hatte helle blonde Haare, die sorgfältig zu einem Zopf geflochten waren und trug ein adrettes hellblaues Kleid, welches ihre Augen zu Geltung brachte. Sie war ungefähr in meinem alter, 17 Jahre, und wo so ziemlich jeder würde sie für hübsch und niedlich befinden. Mir hingegen ging sie schon auf die Nerven, obwohl ich noch nicht einmal ihren Namen wusste. ich mochte sie nicht.

„ Bist du ein Mensch?", fragte ich sie, wenn sie ja sagte würde ich wortlos weitergehen und nicht weiter meine Zeit verschwenden.

Sie rümpfte ide Nase.

„ Ich bin Natalie Preston. Eine Erdmagierin der höchsten Klasse, also ist die Frage wo eher, wer du bist.", sagte sie und hob ihr Kinn. Nein, ich mochte sie ganz und gar nicht. Mit Erdmagierinnen hatte ich ohnehin schon immer Probleme. Die nahmen es einem echt böse, wenn man ihre geliebte erde in Brand steckte. ich entschloss nicht weitere wertvolle zeit auf sie zu verschwenden und wandte mich von ihr ab.

„Interessant, wo finde ich den Rektor dieser Schule?", fragte ich.

Sie stieß einen empörten Laut aus und schaute mich aufgebracht an.

„ Ich frage dich noch einmal. Wer bist du? Glaub mir, es ist nicht schlau eine Erdmagierin zu verärgern, auf deren Erde du gehst!", rief sie aus.

Kurzerhand steckte ich die Erde um sie herum in Brand, sodass sie aus einem perfekten Kreis aus Feuer stand.

„ Es ist nicht klug, die Tochter des Teufels zu verärgern, der später einmal über deine Seele richten wird.", sagte ich und ging. Das Mädchen hinter mir weinte und als ich in das innere der Burg trat erloschen die Flammen. Ich stand nun in einem großen Raum, in dem hoch an der Decke große Kronleuchter hinab hingen und wartete. Es würde sicherlich nicht lange dauern, bis das dumme blonde Mädchen zum Rektor rennen würde. ich musste also nur warten, bis er zu mir kam.


Es dauerte nicht lange, da kam ein Mann in den mittleren Jahren eiligen Schrittes in den Raum und schaute sich hektisch um. dann entdeckte er mich.

„ Sharin, nicht war?" begrüßte er mich.

„ Sie sind?", entgegnete ich.


„ Der Rektor der Schule. Mein Name ist Edmund Combe."


Satans TochterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt