Nachdem ich aus der Schule geschlendert war ging ich auf den Pausenhof und setzte mich wieder unter meinen Baum. Ich steckte mir Kopfhörer in die Ohren und dachte nach. Ich war bitterer geworden nach dem Vorfall ... es war nicht mal eine Woche her. Ich spürte diese unendlich starke Traurigkeit und den Schmerz in mir. Ich bewahrte nach außen hin meine gefühlskalte Maske doch innerlich war gebrochen. Selbst mit Nate war ich im Moment so schwach wie noch nie zuvor. Schon vor dem Vorfall (ich hatten beschlossen es nur noch so zu nennen) hatte sich mein Interesse über die Meinung anderer beschränkt gehalten aber jetzt scherte ich mich einen Scheiß drum. Wenn irgendjemand gesehen hätte was ich gesehen habe ... Sie dachten sowas passiert nur in Filmen und würde sie nicht betreffen, aber bei mir war das leider anders. Ich hatte es mit eigenen Augen mit ansehen müssen..{jetzt hör doch mal auf mit dem Selbstmitleid und Reiß dich zusammen Mädel !} ich holte tief Luft und musste meiner geschätzten inneren Stimme recht geben. Ich sah auf und sah dass einige der Schüler in Richtung Eingang liefen also müsste es eben geklingelt haben. War ja klar dass ich nichts mitbekam, das passierte mir leider öfter wenn ich in Gedanken war.
Ich nahm also meine Tasche und stopfte im gehen meine Kopfhörer wieder hinein. Ich machte mich auf den Weg zu meinem Mathe Kurs.
Ich suchte mir einen Platz ganz vorne da ich Mathe wirklich gerne mochte - ja ich weiß ,wer bitte mag Mathe aber ich konnte es halt- und der Lehrer kam rein. Er war bestimmt schon 50 denn er hatte viele graue Haare. Dazu hatte er eine große Brille und sah eher aus wie ein verrückter Wissenschaftler als ein Mathelehrer . Er schien mich kaum zu bemerken und legte gleich los. Er hatte eine seltsame Art zu erklären aber ich hatte das Thema schon auf einer meiner alten Schule gehabt deswegen kam ich gut mit. Es schien aber fast nur mir so zu gehen denn die einzigen die sich außer mir ab und zu meldeten waren ein hübsches Mädchen mit braunen Haaren und ein blonder Typ der wohl ein Streber war mit allem drum und dran.
Als es klingelte stürmte die Klasse aus dem Raum als würde es brennen und ich packte in Ruhe meine Sachen und ging dann auch. Ich wartete vor der Schule und sah die Badboys noch rumstehen und sah Dan der ab und zu kurz zu mir rübersah. Nach 3 Minuten fuhr Nate auch schon vor , meine Laune erhellte sich schlagartig und ich stieg ein. Ich umarmte ihn stürmisch und drückte ihm einen Schmatzer auf die Wange. Er lächelte mich an und fuhr los. Er sah mich kurz an und fragte >>Und Prinzessin, wie war die Schule?<< ich seufzte und antwortete >> Hm ,naja es gibt natürlich die Badboys und die Bitches mit denen ich natürlich sofort aneinandergeraten bin. Die Lehrer sind bis jetzt alle ganz gut.<< Er sah mich kurz überrascht an >> Du hast dich schon am ersten Tag mit den Bitches angelegt? Das sieht dir garnicht ähnlich Blair.<< Bitterkeit stieg in mir auf und ich kniff die Lippen zusammen. Er sah mein Gesicht und ich sah sofort Reue in seinem Gesicht. Er sagte leise >>Sorry, ich weiß ja was du durchmachst. Und tut mir leid dass ich dich Blair genannt habe , alte Gewohnheit <<ich entspannte mich etwas und antwortete ebenso leise >> Ist schon gut.<< Er lächelte mich kurz an und parkte in der Tiefgarage. Wir fuhren mit dem Fahrstuhl hoch und er schloss seine Wohnung auf. Er fragte mich ob er kochen sollte oder ob wir Pizza bestellen wollten. Ich entschied mich für Pizza obwohl Nate ein guter Koch war. Als der Pizzabote da war drückte ich ihm das Geld in die Hand und Nate und ich ließen uns die Pizza schmecken. Als wir fertig waren sagte er dass er leider noch was für die Uni machen müsste und verschwand in seinem Zimmer. Ich rief ihm zu dass ich raus gehen würde und ließ die Tür zufallen. Ich steckte mir die Kopfhörer in die Ohren und ging ziellos durch die Gegend. Ich kam an einem Park vorbei und setzte mich auf eine Bank. Ich beobachtete die Familien mit ihren Kindern und sofort waren der Schmerz und die Traurigkeit wieder da. Ich blieb dort eine Weile sitzen , ohne jegliches Zeitgefühl. Irgendwann setzte sich jemand neben mich ,aber ich bemerkte es kaum. Ich konnte nach wie vor meine Augen nicht von den glücklichen Familien nehmen bis die Person neben mir einen Arm um meine Schultern legte. Ich zuckte zusammen und fuhr herum. Ich sah in die Braunen Augen von Dan der mich seltsam ansah . Ich sah erst ihn warnend an , dann seinen Arm. Er verstand und nahm seinen Arm weg. Ich fragte ihn genervt >> Was willst du ?<< Er kniff die Augen zusammen und antwortete >> Andere Mädchen würden alles tun für meine Aufmerksamkeit.<< so ein eingebildeter Mistkerl! Der hat wohl noch nie in seinem Leben einen Korb bekommen, da dann wird es jetzt Zeit. >> warum bist du dann nicht bei denen ,sondern bei mir, wo ich doch offensichtlich kein Interesse habe ?<< er hatte den Hauch eines Lächelns im Gesicht als er antwortete >> Eben deswegen. Und was machst du hier ?<< ich sah wieder zu den Familien und wurde schlagartig wieder traurig. >>Ich wollte nur ein wenig die Gegend erkunden.<< sagte ich etwas leiser. Er fragte >> Du bist neu in New York ? Wo hast du denn vorher gewohnt und warum bist du umgezogen ?<< ich wusste nicht wieso aber ich antwortete >> Naja so richtig neu hier bin ich nicht, ich habe vor einiger Zeit schonmal hier gelebt. Und vorher...eine Weile in Spanien,in Australien und als letztes dann in London.<< gegen Ende hin war ich immer leiser geworden aber das schien Dan nicht zu bemerken. Ich wusste nicht wieso ich überhaupt mit ihm redete aber ich genoss es einfach mit jemandem zu reden der nicht schon alles über einen wusste. Seine Augen weiteten sich und er meinte >> Na da bist du ja richtig rumgekommen. Ich habe nur hier in New York gelebt. Aber nach Australien wollte ich immer schon. War es schön da ?<<  ich musste lächeln und hatte all die guten Erinnerungen vor Augen . Er lachte leise und sagte >> Okay ich glaube das Lächeln sagt schon alles . Ich glaube das gerade eben war das erste Mal dass ich dich überhaupt hab Lächeln sehen. <<Da w ar er wieder , der Schmerz in der Brust. Ich wurde sofort wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und ich musste daran denken, warum er mich nicht hatte Lächeln sehen. Und ich musste an die wunderschönen Ausflüge denken, die meine Eltern mit mir in Australien unternommen hatten. Es waren Wochen gewesen, wo nur wir drei gezählt haben. Es war mit der Zeit mit Nate ,die beste Zeit meines Lebens. Doch ich würde nie wieder mit meiner Mutter irgendwo langschlendern und einfach die Umgebung genießen oder mit meinem Vater Witze reißen, die außer uns niemand lustig fand. Ich würde sie beide nie wieder in die Arme nehmen können und Ihnen sagen dass ich sie lieb habe.
Ich katapultierte mich selbst abrupt wieder in die Realität und setzte meine Fassade auf. Keinerlei Emotionen waren jetzt noch zu erkennen und ich sagte zu Dan nur kalt >> Tja, bis Morgen Dan.<< Dann stand ich auf und ging ohne mich umzudrehen, wie ich es schon lange hätte machen sollen. Ich ging schnell wieder zurück zu Nate's Wohnung und klingelte. Er öffnete und ich ging gleich in sein Zimmer, zog mich bis auf Unterwäsche aus und warf mich auf sein Bett.


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