Kapitel 27

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Oh darling the day you left was the day I died. Oh darling the day you left was the day I cried.

...

Bellas POV

Mit zitternden Händen strich ich über seine kursive Schrift. Einzelne Tränen flogen auf das Blatt Papier und hinterließen einen feuchten Punkt. Meinen Kopf stützte ich auf meine andere Hand und starrten den Brief an.

Ich saß hier schon seit gefühlten Stunden – dabei waren es nur zwanzig Minuten. Immer und immer wieder las ich den Brief durch und bei jedem Mal brach ich in Tränen aus. Das erste Mal seit langem waren es Freudentränen und keine Trauertränen.

Mein Kopf schmerzte vom gestrigen Alkohol doch ich konnte mich an jede einzelne Sekunde erinnern, an jeder seiner Bewegungen, an sein Gesicht.

Er hat nicht mit dem Mädchen geschlafen, konnte er mir das nicht sofort sagen? Konntest du ihm auch nicht sofort sagen, dass Dan tot ist? Missverständnisse über Missverständnisse hindern uns – immer und immer kommt uns etwas dazwischen.

Ich sah hoch auf meine Küchenuhr und sah, dass es an der Zeit ist in die Universität zu fahren. Aus meinem Zimmer holte ich meine Tasche und im Badezimmer spritzte ich mir noch kaltes Wasser in mein Gesicht. Mit meinen Händen hielt ich mich am Waschbecken an und sah hoch in den Spiegel – grauenhaft. Konnte ich den gestrigen Part mit dem Alkohol nicht einfach lassen? Harry hat Recht, ich darf kein Alkohol trinken.

Ein weiterer Punkt wieso ich meinen Tumor hasste ich konnte nicht leben so wie die anderen, mir wurde so viel verboten. Welcher 19-jähriger heutzutage trinkt ab und zu kein Alkohol? Verdammter Tumor.

Beim Vorbeigehen bei der Küche nahm ich den Brief in die Hand und verstaute ihn in meine Tasche. Da ich noch etwas Alkohol im Blut hatte beschloss ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Universität zu fahren.

Früher fuhr ich öfters mit der U-Bahn sowie Straßenbahn durch London, damals als ich noch keinen Führerschein hatte und ich habe es geliebt. Viele Menschen hassten öffentliche Verkehrsmittel wegen den ganzen Menschen und dem Gedrängel, das Gedrängel mochte ich auch nicht besonders aber ich liebte es Menschen zu beobachten es faszinierte mich immer, dass jeder dieser Personen seine eigene Geschichte hat. Jeden einzelnen plagten eigene Probleme oder sie freute sich über etwas Bevorstehendes. Damals war ich der Meinung, dass ich keine Geschichte zum erzählen habe. Mein Leben war das typische Teenagerleben, ich ging in die Schule und hatte Familie – wie man es auch damals nennen mochte. Meine Eltern waren damals nie zuhause.

Meine Familie. Ich kann mich noch besonders gut an den Abend erinnern als Mum aus Deutschland zurückgekommen ist und meinte sie würde sich ändern. Nach den ganzen Enttäuschungen die ich von ihr bekam, dachte ich, dass sie sich nie ändern würde. Fast ein halbes Jahr später, sind meine Eltern wieder glücklich zusammen und erwarten ein drittes Kind, die Beziehung zwischen meiner Mum und mir ist um einiges besser als vor einem Jahr. Ich sehe sie als Mutter und nicht als eine Frau die mich auf die Welt gebracht hat. Wenigstens hielt sie ihr Versprechen damals. Nicht so wie ich.

Denn ich habe meine Versprechen Harry gegenüber gebrochen, jedes einzelne Versprechen, dass ich ihm vor Monaten gegeben habe, habe ich gebrochen. Ich habe ihm versprochen immer bei ihm zu bleiben, doch ich bin gegangen. Ich habe ihm versprochen, dass egal was kommt wir zusammenbleiben, doch wir gingen getrennte Wege.

Meine Hand legte ich auf meine Tasche und sah aus dem Fenster der U-Bahn. Mein Herz fing schneller an zu schlagen als ich daran dachte was genau unter meiner Hand in meiner Tasche lag. Sein Brief.

Ich will Harry wie noch nie jemanden, doch wenn wir es so wie immer tun dann endete es doch auch so wie immer mit einem Missverständnis? Sollten wir uns nicht dieses Mal etwas mehr Zeit lassen? Uns öfters sehen und etwas unternehmen? Uns neu kennenlernen? Wir beide sind nicht mehr die Personen die wir vor einigen Monaten waren, wir sind bestimmt nicht mehr diese Menschen die wir damals in Cheshire waren.

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