Kapitel 25

1.1K 105 12

,,Was ist wenn er nicht mehr gesund wird?", schluchzte ich und lehnte mich gegen Luans starke Schulter. Er strich mir sanft über den Kopf ,,Das wird er ganz bestimmt wieder, mach dir da keine Sorgen", seine Stimme klang so hoffnungsvoll und tröstend. ,,Und-und was wenn nicht..", ich schniefte. Luan legte einen Arm sanft um mich. ,,Es wird alles wieder gut!", er spielte mit einer meiner Haarsträhnen und lehnte seine Stirn gegen meine.

Ich wusste nicht was ich noch tun sollte. Er hatte Osteoporose. Der Tierarzt hat ihn mit in die Klinik genommen, zudem hatte er eine Schlundverstopfung die von zuviel Kraftfutter kam. Wobei ich ihm nicht mal täglich Kraftfutter gegeben hatte.

Eine kalte priese ließ mich schaudern. Die einst so strahlend weißen Wolken zogen sich langsam zu einer grauen und trostlosen Wolkendecke zusammen. Genau wie meine Gefühle. Sie waren düster und ungewiss.

Kleine Tropfen vielen vom Himmel auf den staubigen Weidenboden. Schnell drangen sie ein und machten Platz für neue.

,,Komm. Wir gehen rein bevor wir uns noch erkälten", er hüpfte vom Weidezaun und reichte mir die Hand. Ich nahm sie an und hüpfte hinterher.

Langsam liefen wir Arm in Arm ins Internat. Was sollte ich tun wenn ich ihn einschläfern musste? Meine Eltern würden mir gleich ein neues Pferd kaufen, doch wollte ich ein neues Pferd? Würde ich mit diesen dann genau so glücklich werden wie mit meinem geliebten Collor? Wahrscheinlich nicht. Nein, ganz sicher nicht!

,,Über was denkst du nach?", fragte Luan mich sanft. Ich zögerte. ,,Was wäre wenn er nicht mehr da wäre" und schon wieder kamen mir die Tränen. Ich konnte und wollte nicht ohne ihn Leben. ,,Du sollst darüber nicht nachdenken", er blieb stehen und strich mir sanft über die Wange ,,Denk positiv!", forderte er mich lächelnd auf. ,,Wenn ich das jetzt tue und er dann schließlich doch eingeschläfert werden muss, dann wird es doch nur noch schlimmer für mich als es so schon ist", ich schluchzte und schaute zu Boden. Er nahm mein Kinn und Zwang mich so ihn anzusehen. ,,Und wenn es nicht so ist, hast du dich um sonst so reingesteigert.", er hatte ja recht. Das wusste ich, doch was war jetzt das richtige?

Im Gebäude angekommen, fing es gerade richtig an zu regnen. Ein kleines Gewitter braute sich zusammen. Es war ein Tag her, dass Collor mit dem Tierarzt mit ging. Er hatte doch bei Gewittern so angst und ich war nicht da um ihn zu beruhigen!

Luan brachte mich noch in mein Zimmer. ,,Soll ich noch bei dir bleiben?", ich schüttelte nur traurig den Kopf. Ich brauche einfach ein bisschen Zeit für mich.

Er sah gekränkt zu Boden. ,,Ich muss das einfach alles verarbeiten. Ich danke dir!", ich gab ihm einen Kuss und brachte ihn zu einem kleinen Lächeln. Er verabschiedete sich und ich setzte mich an meine Hausaufgaben. Doch ich hatte keinen Kopf dazu und schrieb einfach irgendetwas hin. Dann setzte ich mich an die Heizung, die unter dem Fensterbrett in der Mitte des Zimmers angebracht war und schnappte mir ein Buch.

Überlebens stark

Eigentlich war mein leben ganz normale. Eigentlich, ich habe Leukämie. Die Chemo scheint nicht zu wirken und mir geht es immer schlechter, doch dafür ist Er immer an meiner Seite.
Begleitet mich auf meiner Reise da dieses Buch wahrscheinlich erst veröffentlicht wird, wenn überhaupt, wenn ich schon tot bin.
Doch zuerst, müsst ihr die Vorgeschichte von allem erfahren..(...)

Es war dieser Moment wo man wusste, das man verliebt war, und wenn man nicht sofort aufhörte ihn wie bekloppt anzugaffen, würde es peinlich werden. ,,Komm wir fahren weiter!", sagte Marie. ,,Ahm...klar", sagte ich schnell.(...)

Meine Braunen Haare fielen mir ins Gesicht, als ich über das Eis sauste. Ich bemerkte nicht wie mich die Jungs angafften und schlittert einfach nur so schnell ich konnte in der Eislaufbahn herum. Irgendwann bremste ich an der Bande ab und wartete auf meine Freundin, die mit einem breiten grinsen angefahren kam. ,,Hast du gehört wie die Jungs über dich reden?", quietscht sie. ,,Nein. Warum was haben sie gesagt?", mir zauberte es ein Lächeln auf die Lippen. Ich fand mich absolut nicht Hübsch und hatte mit meinen 14 Jahren auch noch keinen Freund, was ja eigentlich auch nichts besonderes war, nur auf einer Mädchenschule macht man nun mal schlecht Bekanntschaften. Dafür war der Wintersporttag wie geschaffen, den wir mit der Jungsreal hatten.
,,Wow schaumal wie gut die Schnitte fährt!", quietschte meine Freundin wieder. Was? Die dachten so über mich? Ich schaute eher peinlich berührt zu Boden anstatt mich zu freuen. Dann fuhren wir wieder weiter (...)

Die Türe wurde geöffnet und Vio kam ins Zimmer. ,,Hey!", lächelte sie. ,,Hey", antwortete ich und wollte weiterlesen. ,,Ist was?", fragte sie wieder. Wenn ich ihr jetzt antworten würde, würde ich wieder in Tränen ausbrechen weshalb ich nur den Kopf schüttelte. ,,Später dann?", fragte sie. Ich nickte nur wieder und laß weiter.

Sie holte noch kurz etwas, warf mir einen mitfühlend Blick zu und verließ dann das Zimmer.

Ich war froh darüber wieder ungestört zu sein.

(...),,Ich habe eine Gute und eine Schlechte Nachricht für Sie", kam der Arzt auf meine Mutter und mich zu. ,,Sie schlechte ist, ihre Tochter...hat schon im fortgeschrittenen Stadium Krebs. Denn noch haben wir einen Platz im Zentrum frei. Sie können gleich morgen vorbei kommen", ich hatte was! ,,Nein...Nein...Nein...", ich schütteln den Kopf und rannte aus dem Krankenhaus. Das durfte nicht wahr sein! Ich hatte doch noch alles vor mir!

Mit Tränen in den Augen rannte ich einfach weiter. Auch an der Straße blieb ich nicht stehen und wurde fast von einem Auto erfasst. Doch niemand sprach mich an was denn los sei, geschweige denn rannte mir hinterher und mich zu stoppen.

Irgendwann ließ ich mich an einer Steinmauer nieder und legte meinen Kopf auf meine Arme und weine. (...)

Ich legte das Buch auf die Seite und stand auf. Draußen hatte es aufgehört zu regnen, doch der Boden war nicht auf soviel Wasser vorbereitet und hatte mühe alles zu verschlucken.

Mit meiner Jacke und den Schuhe trat ich ins Freie. Die graue Wolkendecke zog weiter und hinterließ wieder schöne weiße Schäfchenwolken.

Doch meine verschleierte und dunkle Wolke aus Gefühlen bestand immer noch und es blieb die Ungewissheit.

Reitinternat SchlossbergWo Geschichten leben. Entdecke jetzt