Zayns POV

Da ich Niall gestern noch versprochen hatte, sein Portrait fertig zu zeichen, waren wir nun wieder auf dem Weg zu mir nach Hause.

"Wir müssen aber noch für die Monsterchen kochen ..." warnte ich ihn gerade vor. 

Meine Mutter musste heute über Mittag arbeiten und hatte mir heute Morgen aufgetragen meinen Schwestern etwas zu kochen. 
Wenn die Beiden hungrig waren, dann war nicht mit ihnen zu spaßen ... 

"Kein Problem, ich koche gerne!" reif er begeistert und hüpfte neben mir auf und ab, während ich die Tür aufsperrte. 

Grinsend schüttelte ich den Kopf und hielt ihm die Haustür auf. 
Nachdem wir unsere Jacken und Schuhe ausgezogen hatten, stiefelte Niall gleich in die Küche und riss alle Schränke und Schubladen auf. 

"Äh was wird das wenn es fertig ist?" fragte ich vorsichtig und wich einer Schranktür aus, die er gerade schwungvoll öffnete. 

"Ups sorry" meinte er nur flüchtig und verschwand mit dem Kopf in unserem Vorratsschrank. 

"Niall?" hakte ich nach. 

"Ja?" kam es gedämpft aus dem Schrank. 

"Was machst du da?!" wollte ich wissen.

"Ich schaue wo ihr was in der Küche habt und jetzt suche ich Nudeln!" erkärte er und stieß einen  Siegesschrei aus.
Zumindest ging ich davon aus das es einer war, denn kurz darauf zog er eine Packung Spaghetti, sowie Tomatensoße aus dem Schrank. 
Beides stellte er auf die Anrichte und nahm nun einen großen und einen etwas kleineren Topf aus einem der anderen Schränke. 
Dann schloss er nacheinander wieder alle Schränke und Türen. Als er damit fertig war, drückte er mir den größeren der Beiden in die Hand und meinte ich solle ihn mit Wasser füllen.
Ich folgte also seinen Befehl und füllte den Topf mit Wasser. 

"Stop!" schrie Niall auf einmal und machte den Wasserhahn aus. 

"Wie viel Wasser wolltest du denn da noch reinfüllen?" fragte er lachend und legte seine Hände auf meine, während er mich mit seiner Hüfte sanft zur Seite schob, damit er mir den Topf abnehmen und einen Großteil des Wassers wieder ausschütten konnte. 

"Äh? Wie viel Wasser sollte denn da rein?" erkundigte ich mich verwirrt. 

"Naja, also wenn du Nudeln kochen willst, dann reicht es wenn du den Topf knapp halb voll machst" erklärte er und stellte den nun optimal gefüllten Topf auf den Herd. 

Nachdem ich nicht mal in der Lage war das Nudelwasser richtig zu Portionieren, wurde ich von jeglichen Kochaktivitöten suspendiert und saß nun auf der Arbeitsfläche und baumelte mit den Beinen, während ich Niall beim Kochen zusah.
Er gab sich richtig viel Mühe! Gerade schnitt er etwas von unserem Basilikum klein, um ihn dann mit Tomaten- und Paprikastückchen in die bereits leicht köchelnde Soße zu geben. 

"Was hättest du eigentlich gekocht wenn ich nicht da gewesen wäre, wenn du nicht mal Nudeln hin bekommst?" fragte er mich gerade lachend und bedeutete mir den Tisch zu decken. 

"Keine Ahnung ... Butterbrote?" erwiderte ich grinsend und quietschte ziemlich unmännlich auf, als er mir mit dem Geschirrtch auf den Allerwertesten schlug. 

"Los, los, der Tisch deckt sich nicht von selbst und ich hab grad Safaa und Waliyha am Fenster vorbei gehen sehen!" drängte er mich zur Eile. 

Gerade als ich das letzte Messer an seinen Platz gelegt hatte, stürmten auch schon meine Schwestern durch die Tür, schmissen ihre Sachen in den Flur und rannten in die Küche um Niall in die Arme zu fallen. 

"Toll, so lieb haben sie mich noch nie begrüßt" grummelte ich leise vor mich hin. 

"Ich hab dich auch lieb Zayn" piepste Safaa und schlang ihre kleinen Ärmchen um meine Hüfte. 

Da jetzt alles wichtige geklärt war, setzten wir uns gemeinsam an den Tisch und aßen das was Naill uns gekocht hat. 
Ehrlich gesagt schmeckte es verdammt gut. 

"Also ich finde du kannst ruhig öfter bei uns kochen!" meinte Waliyha nachdem sie aufgegessen hatte. 

"Das finde ich auch" meinte er daraufhin nur und warf mir einen seltsamen Blick zu, den ich nicht deuten konnte ...

Nach dem Essen räumten wir alle zusammen den Tisch ab und wuschen das dreckige Geschirr ab.
Dann verschwanden Niall und ich nach oben, um Hausaufgaben zu machen und sein Portrait zu vollenden. 

"Niall! bleib mal ruhig sitzen!" beschwerte ich mich gerade, da er immer wieder mit dem Kopf wackelte oder mit den Füßen zappelte, während ich versuchte sein Portrait fertig zu zeichnen. 

Ich versuchte nun schon seit gut einer Stunde seine Haare perfekt aufs Papier zu bekommen, aber er bewegte sich immer wieder ein wenig und nahm dann die falsche Haltung ein, sodass ich ihn wieder korrigieren musste.
So langsam fing ich an zu glauben, dass er das mit Absicht machte ...
Seufzend wand ich mich wieder meinem Block zu und versuchte seinen Haaren ein bisschen mehr Glanz zu verleihen.
Als nächstes wären seine Augen dran, die zeichnete ich immer als letztes, da sie für den Ausdruck des Bildes am wichtigsten waren und sie daher auch immer am meisten Zeit in Anspruch nahen. 

"Hmm Niall, setzt dich mal gerade hin, ich muss deine Augen sehen können ... " sagte ich leise und sah von meinem Blatt auf, nur um direkt in seine glasklaren, blauen Augen zu sehen. 

Ich war so gefesselt von diesem Farbspiel das sich mir bot, das ich im ersten Moment gar nicht wahrnahm, wie nah wir uns auf einmal waren. 

"Deine Augen ..." hauchte ich zusammenhanglos in den Raum. 

"Hmm?" brummte er leise und fragend.

"Sie sind wunderschön! So blau ..." beendete ich meinen Satz. 

Ich beugte mich noch ein wenig nach vorne, weil ich um seien Pupillen herum ein paar helle Sprenkel erkennen konnte und sehen wollte, was für eine Farbe sie genau hatten. 

Als meine Nase auf einmal seine Wange steifte, zuckte ich erschrocken zusammen, da ich im ersten Moment nicht ganz zuordnen konnte mit was ich da zusammengestoßen war.
Plötzlich wurde mir  bewusst, wie nah ich ihm eigentlich gerade war.
Mein Atem stockte. 
Mit weilt aufgerissenen Augen sah ich in seine, nur um festzustellen, das er ebenfalls mit weit aufgerissenen Augen in meine starrten. 
Ich konnte mich nicht bewegen. 
Mit angehaltenem Atem saß ich da und versank immer tiefer in diesen ozenagleichen Augen, die alles um mich herum verschwinden ließen. 
Ich konnte nicht mehr klar denken. 
Nur noch wenige Millimeter trennen unsere Lippen voneinander und mein Herz schlug mir bis zum Hals, auch wenn ich äuserlich keine Regung zeigte. 
Niall kam noch näher. 
Meine Sicht begann langsam zu verschwimmen, da ich nicht blinzelte, aus Furcht mich zu bewegen. 

Auf einmal spürte ich wie seine Lippen federleicht meine streiften und mein Herz setzte aus. 
Gerade als er seine Augen schloss, ging meine Zimmertür so schwungvoll auf, das sie an die Wand schlug und der laute Knall uns vor Schreck auseinander zucken lies. 

"Zayn! Safaa und ich müssen ins Bett, du musst uns was vorlesen!" rief Waliyha und schien gar nicht zu bemerken in was für eine Situation sie gerade geplatzt war. 

Niall und ich waren uns dessen nur zu bewusst. Wir hatten beide hochrote Gesichter und ich konnte ihm nicht mehr in die Augen sehen ... 
Wir hätten uns gerade fast geküsst ...
Niall und ich...
Ich und Niall ... 

"Ich sollte dann jetzt wohl besser gehen" seufzte Niall, sammelte seine Sachen zusammen und verschwand nach unten, wo man ihn ein wenig mit seiner Jacke rascheln hörte, bevor er noch ein 'Bis morgen' nach oben rief und dann die Hautür hinter sich schloss.

"Zany?" weckte mich Waliyhas Stimme aus meiner Starre. 

Seufzend stand ich auf um den Beiden ihre Gute Nacht Geschichte vorzulesen.
Irgendwie wusste ich, das ich heute nicht sonderlich viel Schlaf bekommen würde ... 

Valentines Date [Ziall Kurzgeschichte]Lies diese Geschichte KOSTENLOS!