Interviews

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Mein Vorbereitungsteam riss mich mit ihren hohen gekünstelten Stimmen aus dem Schlaf. Ich schaute auf die Uhr, welche an der Wand neben dem Kleiderschrank hing. Können die mich nicht mal in Ruhe lassen? Wir haben doch erst sieben Uhr und die Interviews fangen doch erst heute Mittag an.  Ich stand ganz langsam auf und ging dann erst einmal ins Bad, dort putzte ich mir meine Zähne ganz in Ruhe, dann stieg ich noch schnell unter die Dusche. Als ich wieder heraus trat, haben die drei schrillen Gestalten schon ihre ganzen Kosmetikköfferchen aufgestellt und einen Stuhl in der Mitte meines Zimmers platziert. Die etwas rundlichere Frau befahl mir: „Setz dich hin." Es hatte den Anschein, dass die drei mich nicht sonderlich mochten, aber dies beruht auf Gegenseitigkeit. Sie zeigte auf den Stuhl. Ich tat wie sie es befohlen hat und setzte mich hin. Dann fingen alle drei an mich zu Recht zu machen. Eine der beiden Frauen feilte mir die Nägel und lackierte sie dann blau. Die andere Frau wachste meine Haare, was mal wieder richtig weh tat. Ich sog scharf die Luft ein, als der erste Streifen abgezogen wurde. Sofort fing meine Haut an zu prickeln. Der Mann, welcher auch zu meinem Vorbereitungsteam gehörte machte mir irgendeine komplizierte Frisur. Ich schloss einfach die Augen und hoffte, dass alles schnell vorbei ginge. 
Als sie endlich nach Stunden fertig waren schaute ich noch einmal auf die Uhr fünf Stunden sind erst vergangen, es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Die Türklinke wurde herunter gedrückt und Mikael kam rein. Auf einem Arm trug er ein dunkel blaues Kleid und mit der freien Hand hielt er ein Paar passende Pumps. Mein Vorbereitungsteam verschwand sofort aus meinem Zimmer, sodass Mikael mit mir alleine sein konnte. Na endlich! „Hey, schön dich wieder zu sehen.", sagte er und legte mein Interview Outfit auf mein Bett. Ich lächelte ihn an, er war einer der Personen die ich mochte. „Sollen wir dich jetzt mal in dein Outfit stecken?", fragte er mich. „Gerne, ich bin schon gespannt", antwortete ich ehrlich. Mikael gab mir mein Kleid und half mir es anzuziehen, ohne das meine Frisur ruiniert wurde. „Kannst du auf den Schuhen laufen?", fragte er.  Ich betrachtete die Pumps Das müssen doch bestimmt sechs Zentimeter sein. Doch ich sagte lächelnd: „Ich wer's wohl schaffen." Er nickte und half mir in die Schuhe. Man, sind die unbequem, aber wer hübsch sein will muss leiden. „Darf ich mich wieder setzten?", fragte ich fast quengelnd. „Ja mach das, dann kann ich dich schminken", sagte er mit freundlicher Stimme. Ich setzte mich hin und Mikael fing an mich zu schminken. Etwa 20 Minuten dauerte es, bis er fertig war, dann ging er noch einmal zu meinem Bett und nahm etwas, was er in mein Haar steckte. „Fertig. Du siehst wundervoll aus, meine Liebe", sagte er und klatschte einmal in die Hände. Ich stand auf und ging zu meinem Spiegel hinüber. Ich betrachtete mich und mir blieb der Mund offen stehen. Was Mikael da gezaubert hat, war wunderschön. Ich konnte es noch nicht fassen, dass ich das war. Ich hatte zwar sehr selten blaue Kleider an, aber das hier war umwerfend, nein Atemberaubend und das was er mir ins Haar gesetzt hat, waren viele kleine blaue Pfauenfedern. Ich ging langsam zu Mikael herüber und konzentrierte mich darauf nicht mit den Schuhen umzuknicken. Ich umarmte ihn und flüsterte: „Danke, das du mich immer so hübsch sein lässt." Er lächelte breit und nahm mich auch in die Arme, dann schaute er auf die Uhr und meinte: „Wir müssen los." Mein Stylist schritt zur Tür und hielt sie mir auf „Nach dir.", sagte er und machte eine Geste zur Tür. Ich trat heraus und da kam Meghan auf fast doppelt so hohen Schuhen wie ich sie trage an gestöckelt, neben ihr lief Ferahja und ihr klappte der Mund auf. Sie staunte und bekam kein Wort heraus. Für sie nahm das dann Meghan in die Hand. „Schätzchen du siehst atemberaubend aus. Den Leuten wird der Mund offen stehen bleiben und was haben sie mit deinem Haar gemacht? Bezaubernd und vor allem die Pfauenfedern. Wir müssen uns jetzt aber mal beeilen, damit wir noch rechtzeitig kommen.", sagte sie und lobte mein Outfit. Wir gingen zusammen zum Aufzug und da fiel mir etwas auf: „Cole fehlt, wir können nicht ohne ihn gehen." – „Oh, ich gehe ihn schnell holen.", sagte Ferahja und flitzt durch unser Apartment zu Coles Zimmer. Mein Herzschlag wurde langsam immer schneller und ich wurde immer Aufgeregter. Ich musste vor so vielen Leuten drei Minuten lang sprechen und auf die Fragen antworten, welche mir gestellt wurden. Mir wurde klar, dass mein Leben von diesem Interview abhing. Hier ging es darum die Leute zu beeindrucken, sowie ich es auf der Parade getan habe, um Sponsoren zu gewinnen. Ferahja kam mit Cole im Schlepptau an, hinter ihnen kam seine Stylistin her. Wir warteten alle auf den Aufzug. Als er ankam und die Türen sich öffneten stiegen wir ein. Wir fuhren hinunter in irgendeinen Raum. Dort sagte Mikael: „Lexy und ich sitzen oben bei den anderen Stylisten, viel Glück euch beiden." Lexy? Ach so, so heißt Coles Stylistin. Meghan beschrieb uns noch den weg um hinter die Bühne zu kommen und verschwand dann mit Ferahja in die entgegengesetzte Richtung. 

Das Verhängnis: FreundschaftRead this story for FREE!