For every story tagged #WattPride this month, Wattpad will donate $1 to the ILGA
Pen Your Pride

Sie kommen sich so nah, dass ich Harrys Atem in meinem Gesicht spüren kann. Es sind nur noch ein paar Zentimeter. Dieses mal werden wir uns küssen. "Leute?!" Maries Stimme erklingt hinter uns. Schnell zieht Harry seinen Kopf zurück. Ein wenig ertappt blickt er auf. "Ich bin falsch gefahren, dann mussten wir wieder zurück und jetzt haben wir euch endlich wieder gefunden." Ich schaue sie nun auch an. "Achso, wir haben uns schon gefragt wo ihr geblieben seid." Harry steht auf, dann reicht er mir die Hand und zieht mich hoch. "Wieviel Uhr haben wir eigentlich?" fragt Paul und guckt auf sein Handy. "Oh schon kurz vor eins, wollen wir nicht mal was essen gehen?" Das ist wirklich eine gute Idee, ich habe schon ziemlich hunger. Wir entscheiden uns dafür die nächste Hütte auf zu suchen und eine kleine Pause zu machen. Zum Glück ist sie nicht sehr weit entfernt. Ich gucke kurz in die Karte, bestelle und mache mich auf den Weg zum Klo. Das ist immer ein Unterfangen, mit Skiklamotten aufs Klo zu gehen. Meine Güte. Ich gehe zurück zum Tisch. Harry sitzt außen und schaut mich an. "Soll ich aufstehen?" Ich schüttel mit dem Kopf. "Geht schon." Ich will keine Umstände machen und mich einfach hinter ihm durch quetschen, doch leider ist das enger als gedacht. Er lacht. "Bist du sicher, dass das geht?" Ich muss eingestehen, dass das doch nicht klappt. Er zieht meinen Stuhl ein Stück zurück, sodass ich mich setzen kann. "Danke" nuschel ich und schaue verlegen. Nach einer Weile kommt das Essen. Es riecht so gut! Ich habe mir eine Portion Pommes bestellt, die aber enttäuschenderweise recht klein ist. Nach dem ich meine Pommes gegessen habe, schaue ich rüber zu Harry der sich über einen Berg aus Kaiserschmarrn hermacht. Er scheint meinen Blick zu sehen. "Willst du mal probieren?" fragt er freundlich. Ich nicke. Er schiebt etwas auf seinen Löffel, er hält den Löffel mit der linken und seine rechte Hand darunter. Er schiebt mir den Kaiserschmarrn in den Mund. Ich komme mir ein wenig vor, wie ein kleines Kind aber irgendwie ist es auch ganz cool von ihm gefüttert zu werden. "Und? Schmeckts?" "Mhmm lecker." sage ich noch mit vollem Mund. Er schiebt den Teller in unsere Mitte. "Können wir uns teilen, das ist eh zu viel."  Während wir essen unterhalten wir uns, er legt seinen Arm auf meine Stuhllehne und ich spüre ihn an meinem Rücken. Immer wenn ich was sage schaut er mich so süß an. Mit seinen grünen Augen starrt er mich an, beobachtet mich als würde ich das interessanteste erzählen, was er jemals gehört hat. Ich habe schon völlig vergessen, dass Marie und Paul auch noch am Tisch sitzen. Als ich kurz zu ihr schaue guckt sie mich nur schmunzelnt an. Sie scheint zufrieden damit, wie das mit Harry und mir läuft. Jetzt sagt sie "Also, seid ihr so weit?!" dabei zieht sie ihre Augenbraue hoch. "Wir sollten mal weiter fahren!" Wir ziehen uns wieder komplett an, gehen raus und steigen in die Skier. Als wir uns umgucken, merken wir, dass nur noch sehr wenige Leute auf der Piste sind. Es ist ziemlich bewölkt geworden. Ein dicker weißer Schleier verdeckt die Bergspitzen. "Oh das sieht nicht gut aus, wir sollten lieber die Talabfahrt nehmen!"  sagt Harry und schaut bedenklich durch die Landschaft. "Bist du sicher? Ist doch nur ein wenig Nebel." sage ich und gucke ihn fragend an. Er nickt ernst. "Ja, das passiert hier manchmal, aber der Nebel wird immer stärker und bald siehst du nichts mehr." Mir kommt es noch nicht wirklich schlimm vor. So richtig kann ich es nicht glauben. "Also ich finde es auch nicht schlimm." stimmt Marie mir zu. Harrys Gesicht bleibt ernst. "Ich fahre noch ein bisschen, du kannst ja ins Tal fahren!" sagt Paul und dreht sich um. Marie und ich schauen uns an. "Sollen wir auch noch ein wenig fahren?" fragt sie mich, während sie mit ihren Augen Paul verfolgt, der sich langsam auf den Weg gemacht hat. Ich will mich umdrehen und mich in Richtung Lift bewegen, als mich Harry fest am Arm hält. "Aua Harry!" sage ich und verziehe dabei vor Schmerz mein Gesicht. "Das tut weh, was machst du da?" Er verzieht keine Miene. "Ich lass dich nicht fahren!" antwortet er mit rauer Stimme. Ich muss lächeln. "Was?! Ich fahr ja wohl Ski wenn ich es will!" Er schaut mich weiter mit seinem ernsten Gesichtsausdruck an. "Hallo Harry? Lässt du mich bitte los?!" Er schüttelt seinen Kopf. "Ich lass dich jetzt nicht weiter fahren. Das ist mein Ernst das ist zu gefährlich. Ihr kennt euch hier nicht gut aus und der Nebel wird immer stärker. Glaub mir!" Jetzt schaut er fast schon flehend. "Bitte fahr mit mir ins Tal!" Das stimmt mich bedenklich, wenn es ihm so wichtig ist. Außerdem ist er ja derjenige, der sich hier auskennt. "Was ist denn? Kommst du?" ruft Marie mir zu. Sie und Paul sind ein paar Meter von uns entfernt und schauen rüber. "Wir fahren ins Tal!" antwortet Harry für mich, zieht mich ran und hält mich mit seinem Arm fest. Er erdrückt mich fast schon. "Ist ja gut Harry, ich fahre mit dir!" sage ich in der Hoffnung, dass er mich endlich los lässt. "In Ordnung, wir fahren noch ein wenig. Wir sehen uns dann im Hotel!" schreit Marie zurück. Die beiden drehen sich um und verschwinden im Nebel. Nun lässt mich Harry wieder los. Ohne weiteren Kommentar fährt er los und zieht mich hinter sich her. "Warte mal Harry, nicht so schnell." jammere ich, während ich ihn an seinem Arm zurück ziehen will. "Das tut mir leid, aber ich warte jetzt nicht. Je schneller wir im Tal sind desto besser!" Er hält an, zieht mich mit einem Schwung vor sich und fährt los. Dadurch, dass er direkt hinter mir ist und weiter fährt bleibt mir nichts anderes übrig, als auch weiter zu fahren. Er lässt mich nicht einmal zur Seite fahren. Jetzt können wir schon das Tal sehen und es ist nicht mehr weit. Er stoppt. "Du hast mir keine andere Wahl gelassen. Wenn ich dich nicht so gedrängt hätte, wärst du jetzt irgendwo hilflos auf der Piste." sagt er mit ruhiger Stimme. Ich drehe meinen Kopf halb nach hinten und schaue ihn an. Sobald ich ihn sehe, muss ich einfach lächeln. "Ist schon okay Harry!" Entspannt fahren wir das letzte Stück der Piste, bis ins Tal. Das Hotel ist keine 30 Meter von der Piste entfernt weshalb man den Weg laufen kann. Wir schnallen uns die Skier ab und gehen los. Ich gehe vor ihm, die Skier auf meinen Schultern. Nun gehe ich ein paar Stufen runter und auf den Bürgersteig. "Hast du..." höre ich Harry von hinten rufen, drehe mich schnell zu ihm um und erschlage fast die Frau, die neben mir steht. Sie kann sich grade noch bücken. Erschrocken reiße ich meine Augen auf. "Das tut mir wirklich leid ich..." stottere ich. Da unterbricht Harry mich. Er nimmt mir meine Skier von der Schulter und legt sie auf seine. "Ich nehm das mal." sagt er und lächelt mich an. Ein bisschen verlegen lächel ich zurück. Kann ich nicht einmal meine eigenen Skier tragen? Ich bin so tollpatschig. Wir gehen zum Skikeller des Hotels. Er stellt die Skier in die Ständer. Dann kommt er zu mir, während ich versuche meine Skischuhe aus zu ziehen. Er kniet sich vor mir auf den Boden. "Kann ich helfen?" fragt er mit einem kleinen Grinsen in seinem Gesicht. Er zieht fest an meinen Skischuhen und ich falle fast von der Bank. Er setzt sich neben mich, um sich auch von den Schuhen zu befreien. Ich merke, dass er mich von der Seite anguckt. Ich drehe meinen Kopf in seine Richtung. "Kommst du gleich ins Schwimmbad?" verwundert schaue ich ihn an. "Es gibt ein Schwimmbad?!" Er lacht. "Ja, unten beim Wellnessbereich. Also?" Nach kurzem überlegen sage ich ja. "In einer halben Stunde unten, schaffst du das?" Ich nicke. Dann steht er auf und verschwindet durch die Tür. 

Lift-LiebeLies diese Geschichte KOSTENLOS!