Kapitel 1.3

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„Ich will dir doch auch nur helfen, verstehst du denn nicht?“ Er blickte in mein verständnisloses Gesicht. „Ich komme auch gut alleine klar!“, verteidigte ich mich trotzig. Er zog mich weiter. „Ja klar. Ohne mich lägst du jetzt unterm Zug!“ sagte er ohne mich anzusehen. Sein Griff hatte sich gelockert, sodass ich hätte abhauen können, aber wozu? Ich wusste ja nichtmal wo ich mich gerade befand.

Also blieb mir wohl oder übel nichts anderes übrig, als ihm zu folgen. Wir liefen schweigend weiter und dann kam mir etwas in den Sinn.

„Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig, du hättest mich auch dortlassen können! Ich habe schließlich nicht um deine Hilfe gebeten!“

Aprupt blieb er stehen. Das kam so plötzlich, dass ich mit Karacho in ihn hineinrannte, stürzte und ihn mit zu Boden zog. „Auuu!“ Brüllte ich, da sein Ellenbogen während dessen mein Gesicht getroffen hatte. Sein schwerer Körper blieb einige Sekunden auf mir liegen, bis er die Situation realisierte undzügig aufstand. Er bot mir seine Hand an, um mir aufzuhelfen und ich nahm sie dankend an. Wow, ein Gentleman.

dachte ich.

Ich rieb über die getroffene Stelle meines Gesichts und griff nach seiner Hand. Er zog mich hoch, doch auf halben Weg nach oben, rutsche meine Hand aus seiner und ich war kurz davor auf mein Steißbein zu fallen, als er blitzschnell vorhuschte und beide Hände um meine Taille schlung. So blieben wir stehen: Eine junge Frau ziemlich nach hinten verkrümmt, mit verkotzten Klamotten, die ihre Hände in die muskulösen Schultern eines sehr attraktiven jungen Mannes krallt. Der junge Mann über die Frau gebeugt, die Hände ganz fest um sie geschlungen, als hätte er Angst, dass sie doch noch umkippen könnte. „Danke!“, presste ich hervor. Da ich mich bereits dreimal übergeben hatte, darauf bedacht, ihn nicht anzuhauchen.

„Ich rette dich gern jeder Zeit.“ grinste er.

„Nett, aber könntest du mich wieder loslassen? Wird langsam echt ungemütlich.“

„Natürlich!“ Antwortete er und ließ mich ganz langsam los, so, dass er sanft über meine Taille strich. Durch meinen Netzpulli bekam ich eine Gänsehaut.

Er kramte im seiner Jeans und holte ein unbenutztes, zerknülltes Taschentuch heraus. „Hier.“, er reichte es mir.

„Ich habe keinen Schnupfen.“ wunderte ich mich. „Nee, aber du solltest dich ein wenig abtupfen, denn du blutest.“

„Boah scheiße! Meine Klamotten kann ich jetzt wohl vergessen! Die Flecken gehen nie wieder raus.“, rief ich verzweifelt. Kyle zog eine Augenbraue hoch. „Glaub mir, die sahen vorher schon nicht so prickelnd aus!“ Er grinste schief. Jetzt ging es aber los!

„Wo gehen wir jetzt eigentlich hin?“, fragte ich zickig. Er lief ein Stück nach vorne. „Keine Sorge, wir sind gleich da.“, rief er mir zu, ohne sich umzudrehen.

Ich sah an ihm vorbei. Ein Stück in der Ferne konnte ich den Waldrand erspähen. Der Weg, der in den Wald hineinführte, konnte man in der Dunkelheit nur noch erahnen.

So...das war der dritte Teil.
Vielen Dank für die ganzen Reads in so kurzer Zeit!
Voten und kommentieren nicht vergessen :)

Liebe Grüße
AlinaKatara

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