Sie fanden einen Höhleneingang in der Wand des Berges. Ahvril seufzte, als endlich kein Wind mehr an ihr riss oder Regen ihr die Sicht nahm. „Scheint sicher zu sein!“, meinte Dwalin, als die Zwerge nacheinander die Höhle betraten. „Sie dich weiter hinten um!“, befahl Thorin jedoch barsch, „Höhlen im Gebirge sind selten unbewohnt!“ Der Zwerg nickte und zündete eine Laterne an, mit der er begann die Umgebung zu erkunden. Die Celva zog währenddessen ihren Umhang aus, denn er tropfte stark und sie fing an zu frieren.

„Hier ist nichts!“, verkündete Dwalin nach einer Weile und so sammelten die Zwerge ein wenig Holz. „Machen wir erstmal ein schönes Feuer!“, meinte Gloin und rieb sich aufgeregt die Hände. „Nein kein Feuer! Nicht hier“, widersprach Thorin und enttäuschtes Raunen ging durch die Gemeinschaft, „schlaft ein bisschen. Bei Tagesanbruch gehen wir weiter!“

„Wir sollten doch in den Bergen warten, bis Gandalf zu uns stößt!“, murmelte Balin und Ahvril sah auf. „Hattet ihr nicht vor ihn zurückzulassen?“, rief sie verwirrt aus, „oder war das so geplant? Ihr habt mir nicht gesagt das Gandalf von alle dem wusste, damit ich in Bruchtal zurückbleibe? Zusammen mit Bilbo?“ Thorin antwortete nicht, sondern wand sich ab und zog sich mit Balin zurück. Wütend schnaufte Ahvril laut und schüttelte den Kopf. Kili trat neben sie und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Die Celva sah ihn nur enttäuscht an und entwand sich seiner Berührung. Allein in einer Ecke suchte sie sich eine Stelle zum Schlafen.

Spät in der Nacht wurde Ahvril von den Geräuschen einer Unterhaltung geweckt. Sie schreckte zusammen und sah sich suchend um. Als erstes erschrak sie vor Kili, der ziemlich nah neben ihr lag. Sein Gesicht war so nah, dass sie die Feinheit seiner Lippen sehen konnte. Unsicher rückte sie ein wenig von ihm ab, nur um gegen die Wand zu stoßen. Ahvril schüttelte das Gefühl in ihrem Magen ab und hob den Kopf etwas höher. Neben Kili lag Fili, daneben Ori und Dori. Etwas weiter hinten sah sie dann Bofur und Bilbo. Sie schienen sich zu streiten. „Nein, nein! Du kannst jetzt nicht umkehren!“, flüsterte Bofur gerade und stand wild gestikulierend vor dem Hobbit, der seine gesamte Kleidung und seinen Rucksack trug. Er hatte sogar seinen Wanderstab in der Hand. „Du bist Teil der Unternehmung! Einer von uns!“

„Das ist doch gar nicht wahr!“, murmelte Bilbo traurig, „Thorin sagt ich hätte nie mitkommen sollen und er hatte Recht! Ich bin kein Tuk, ich bin ein Beutlin! Was hab ich mir dabei nur gedacht? Ich hätte nie von Zuhause weggehen sollen!“

Am Rande der Höhle, etwas abseits von allen, lag Thorin. Die Augen überrascht geöffnet und den Mund zusammengepresst. Er folgte gespannt der Unterhaltung.

„Du hast Heimweh“, stellte Bofur nun fest, „das verstehe ich!“

„Nein!“, widersprach Bilbo ernst, „verstehst du? Eben gerade nicht! Das versteht keiner von euch, ihr seid Zwerge! Ihr seid sowas- das hier gewohnt! Ein Leben auf der Straße, nirgendwo sesshaft zu sein, nirgendwo hinzugehören!“

Bofurs Lächeln sank. Bilbo hatte ja Recht. Wann hatten die Zwerge das letzte Mal ein richtiges Zuhause gehabt? Nicht mehr seid Smaug ihre Heimat zerstörte und an sich riss. Auch Ahvril sah traurig zu Boden. „Verzeih“, Bilbo bemerkte seine Barschheit und bereute es augenblicklich, „ich wollte nicht-“

„Du hast ja Recht“, unterbrach ihn Bofur leise, „wir gehören nirgendwo hin.“ Niedergeschlagen betrachtete er dabei seine schlafenden Kameraden. Thorin seufzte. Er teilte Bofurs Meinung und es schmerzte ihn an seine frühere Heimat zu denken. „Ich wünsche dir alles Glück auf der Welt!“, sagte Bofur leicht lächelnd, doch es war nur halbherzig. Seine Augen blieben traurig und ausdruckslos. Auch Bilbo schien es zu bemerken, denn seine Mundwinkel verzogen sich nach unten. „Ganz ehrlich!“, versicherte der Zwerg und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Sie grinsten sich ein letztes Mal an, ehe Bilbo umdrehte und davongehen wollte. Da blitzte etwas Blaues an seinem Gürtel auf. „Was ist das?“, fragte Bofur neugierig und trat auf den Hobbit zu, der erschrocken auf sein Schwert sah.

Ahvril kannte dieses Licht! Es war eine Klinge aus Gondolin, die Elben dort schmiedeten Schwerter, die blau leuchteten sobald Orks in der Nähe waren. Doch bevor sie reagieren konnte hörten sie ein dumpfes Klopfen unter ihnen. Thorin setzte sich erschrocken auf und griff nach seinem Schwert. „Wacht auf!“

Im Boden der Höhle bildeten sich Risse. Es war Sand, der in Ritze zu laufen schien. Entsetzt erkannte Ahvril es: „Das ist eine Falle!“

„Wacht auf!“, wiederholte auch Thorin seine Warnung, doch es war bereits zu spät. Es öffneten sich Falltüren und die Gemeinschaft stürzte in die Tiefe. 

Huhu :) Der erste Teil neigt sich dem Ende zu und ich bin am Überlegen, ob ich Teil 2 einfach hier dranhänge oder eine neue Story dafür poste ...

Außerdem zur Info: In den nächsten Kapiteln befinden sie ich ja in der Ork-Stadt. Ich hab viel gegoogelt und die Leute streiten sie ob es denn nun Orks oder Goblins sind, die dort wohnen. Meiner Meinung nach sind das definitiv Goblins, aber wie ich gesehen hab gibt es auch Leute, die es anders sehen. 

Arrow Princess (Hobbit FF: Band 1)Lies diese Geschichte KOSTENLOS!