Kapitel 2

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Musik für diesen Part (Unbedingt) : Ed Sheeran - All of the Stars ✨

The one thing you shouln't be left with at night, is your own throughts. They eat you alive until the next morning.

...

Megan:
Ich wachte nach meinem Anfall schließlich wieder auf. Die Ärzte der Psychiatrie hatten mich mit Medikamenten voll gestopft, damit es mir eine Zeitlang besser ging. Benommen setzte ich mich auf und fuhr mir durch die Haare. Ich nahm mir die Wasserflasche die auf dem kleinem Tisch neben dem Bett stand und nahm einige Schlücke aus ihr. Ich hatte diese Anfälle öfters. Sie fingen vor einem halben Jahr an. Am Anfang waren sie nicht so stark und nicht so oft aber mitlehrweile hatten sie sich verdoppelt. Einmal hatte ich sogar den Spiegel zerschlagen und schnitt mir mit den Scherben in meinen Bauch.

Ich nahm schließlich meine Umgebung war. Ein weißer Raum umhüllte mich. Meine Zelle. Werde ich hier jemals raus kommen? Werde ich irgendwann in den Himmel kommen? Wird mich Gott endlich zu sich holen?

Früher dachte ich immer das ich meinen Alter einen Freund hatte, denn ich irgendwann heiraten würde. Ich dachte ich würde niemals glücklicher sein. Ich dachte ich könnte über Kinder nach denken. Okay, vielleicht war es ein wenig zu früh mit gerade mal 19 Jahren über so was nachzudenken. Aber das traurige war einfach das ich diese Gefühle nie haben würde. Es war meine größte Angst.

"Besuch.",sagte plötzlich eine Stimme hinter mir. Ich schaute zu der Türe. Eine Krankenschwester lächelte mir zu. Hinter ihr kamen zwei Personen zum Vordergrund. Zwei Personen die ich gerade ganz besonders nicht sehen wollte.  Meine Eltern. Wenn man so etwas wie sie überhaupt Eltern nennen könnte. Sie waren keine Eltern.

"Hallo, Schatz.",sagte mein Dad zu mir als sollte ich mich freuen. Vielleicht war gerade ein Feiertag und ihnen viel ein das sie noch eine Tochter hatten. 'Mom und Dad' führten eine Kanzlei. Sie waren beide sehr erfolgreiche Anwälte und fanden für mich keine Zeit. Heute akzeptierte ich das, aber als Kind war es das schlimmste für mich. Meine Mutter bekam mich mit 17 Jahren, dass hieß das mich meine Großmutter meine ersten vier Lebensjahre aufzog. Ich hatte bei ihr eine tolle Kindheit bis meine Mom ihre Ausbildung fertig hatte und meinte sie würde nun selbst für mich sorgen können. Trotzdem wussten wir beide das meine Oma ihr immer wieder Vorwürfe machte, was für eine schlechte Mutter sie doch war. Mein Dad hatte sich eine zeitlang ins Ausland verpisst um sein Studium nachzuholen. Und dann ging alles ganz schnell. Wir zogen als ich 15 Jahre alt war um und ich bekam den falschen Umgang. Und ehe ich mich versah war ich in der Psychiatrie.

"Was wollt ihr hier?",fragte ich. Mom's Farbe verschwand einmalig aus ihrem viel zu sehr geschminkten Gesicht. Dad wusste nicht was er sagen sollte. "Ich habe euch etwas gefragt. Was wollt ihr hier? Ich habe euch gesagt ihr sollt nicht mehr her kommen."

Meine Mom schaute geschockt zu mir. "Ich weiß es, Megan.",schluckte sie. "Wieso seid ihr hier? Ihr seid die letzten die ich sehen möchte. Ich hasse euch. Ich hasse jeden einzelnen von euch. Ich habe euch damals nicht gebraucht und ich brauche euch jetzt nicht.",keifte ich. "Ihr seid schuld, dass ich hier bin!" "Es ist nur zu deinen eigenen Wohl das du hier bist.",stotterte sie. Ihr Standartsatz. "Mein wohl hat euch nicht zu interessieren." Ich stand nun auf mit dem Glas in der Hand.

"Mom und Dad, verpisst euch einfach! Ihr seid nichts für mich!",schrie ich und schlug das Glas auf den Boden, dass in kleinste Splitter zerbrach. Meine Stimme war gebrochen wegen meinen Medikamenten. "Es tut mir Leid!",sagte Dad. "Was tut euch leid? Das ich mein eigenes Leben nicht mehr leben darf? Ich bin 19 verdammte scheiße! Wenn ich sage ich will euch nicht sehen, dann will auch verdammt noch mal nicht das ihr mir unter die Nase tretet." Vielleicht war es scheiße von mir ihnen dafür Vorwürfe zu machen das ich hier war. Sie wollten mehr oder weniger das ich mir helfen ließ, aber den Gefallen tat ich ihnen nicht.  Ich tat mir selbst nicht mal den Gefallen gesund zu werden. Gott, ich rede hier als hätte ich eine Krankheit wie Krebs im drittem Stadium. Deprissionen sind da nicht anders, sie machen ebenfalls einen anderen Menschen aus dir und du wirst mit dem Tot bestraft.

Mom schluckte. "Verpisst euch!",schrie ich wie eine Irre. Ach ja stimmt, ich bin ja eine. Eine Krankenschwester kam ins Zimmer. "Was ist denn hier los?",fragte sie als die Scherben auf dem Boden bemerkte. Mit so einer Aktion werde ich sicherlich noch länger hier bleiben. "Es wäre vielleicht besser, wenn Sie gehen würden, Megan hatte vorhin einen Anfall!",sagte die erschrocken Frau. Meine Eltern schauten mich traurig an und sagten nur ein trauriges. "Tschüss." Ebenfalls sagten sie das sie mich liebten. Ich lachte nur über diese Aussage. Niemand liebt mich.

Es war wieder ruhig. Niemand war mehr im Raum. Ich war wieder alleine. Es tat so verdammt weh, jede Sekunde meines Lebens alleine zu sein.

Mein Blick viel auf die Scherben. "Ich weiß genau wie ihr euch fühlt.",schluchzte ich flüsternt. "Ich weiß wie es ist gebrochen zu sein. Ich weiß wie es ist nicht ganz zu sein, das braucht ihr mich nicht zu beweisen."

..

Die Mittagszeit begann, das hieß das ich in den Essensaal gebracht würde. Natürlich war er ebenso vergittert, aber wenigstens war ich nicht alleine. Aber mit anderen Psychoopfern dort zu sitzen und sich immer wieder neue Geschichten anhören zu müssen, brachte mich auch nicht weiter. Aber das zeigte mir wieder einmal das ich nicht alleine war. Mit meinen Sorgen, mit meiner Angst nie wieder ein normales Leben führen zu können.

Ein paar waren schon länger als ich hier, der größte Teil war kürzer da als ich. Die meisten galten dennoch schon für fast 'geheilt'. Und dann kam ich. Das Mädchen das für unheilbar gilt. "Ich bin Unnütz", sagte mir mal einer der Psychologen, den ich mal fertig gemacht hatte. Ja, genau und ich hielt mich selbst als Unnütz.

Ich nahm mir mein Tablett mit Spaghetti und setzte mich zu einem Mädchen das Amy hieß. "Hallo.", sagte ich zu ihr worauf ich ein ebenfalls ein mehr oder weniger fröhliches "Hallo" zurück bekam. Ich fragte mich jedes Mal wieso sie noch Lächeln kann. In diesem Mädchen ist wahrscheinlich noch ziemlich viel Hoffnung. Amy war hier die einzige Person mit der ich manchmal redete. Sie ermutigte das ich es schaffen würde, jeden Tag aufs neue. Auch wenn ich ihr kein Wort von dem glaubte, aber ich liebe sie dafür. "Wie geht es dir?",fragte sie mich.

Ja, wie ging ich es mir?

"Ich hatte vorhin einen Anfall.", sprach ich und schaute in die traurigen Augen meiner Freundin. Amy kam überhaupt nicht damit klar, dass es mir so schlecht ging. Manchmal dachte ich, dass es ihr damit schlechter gehen würde als mir. "Ach gott, und wie geht es dir jetzt?" Ich zuckte die Schultern. "Es geht so. Und wie geht es dir?"

"Ich bin hier endlich bald raus!",sagte sie und lächelte mich an. Ich machte meine Lippen zu einem schmalen Schlitz und gab meiner Aufmerksamkeit nun meiner Nudeln. "Oh Entschuldigung.",sie legte eine Hand auf meine Schulter. "Du wirst hier natürlich auch irgendwann raus kommen." Gäbe es nur dieses Wort im ihrem Satz nicht, irgendwann. Wenn ich tot bin vielleicht und auf dem Friedhof um die Ecke liege. "Amy, sie sagen ich bin aussichtslos." Sie schluckte. "Du musst irgendwann mal mit irgendeinen darüber reden. Selbst ich weiß nicht mal was du hast." Ich schluckte. Sie war meine 'beste Freundin' hier in der Psychiatrie und sie wusste es auch nicht. Das Thema war einfach zu hart für mich. "Ich kann darüber nicht reden!",sagte ich und schluckte. "Du tust mir Leid, Megan." Ich nickte nur. "Ich mir auch." Ich stopfte mir die letzte Portion Spaghetti in den Mund. "Meine Eltern waren vorhin hier." "Was wollten die denn?" Ich hatte Amy gesagt das sie so schlecht zu mir gewesen sind. "Ich weiß es nicht,  ich denke sie hatten das Bedürfnis mich nochmal zu sehen und sich anhören zu wollen das ich sie hasse." "Sie sind deine Erzeuger, Megan." Ich lachte. "Wahrscheinlich hasse ich sie deswegen  so sehr." Ich trank mein Wasserglas aus und nickte meiner Freundin zu.  "Wir sehen uns.",sagte ich stumpf und ging schließlich. Ich kam wieder in meine Zelle zurück.

"Mrs Arthur, kommen Sie bitte mit. Der Psychologe ist nun da.",sagte ein großer Kräftiger Mann zu mir. Schon wieder. Wo hatten die denn eigentlich bloß immer so schnell die Seelenklämpner her? Ich nickte schließlich und ich ließ mich wieder zum Behandlungsraum führen. Mal schauen wen sie mir da schon wieder aufpumpten.

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(Hey Leuts, was geht so in eurem spannenden Leben? :D naja, schön Karneval gefeiert? Also ich ja. Wie gefällt euch das Kapitel? Ich würde mich über Feedback freuen! Es hat mich schon sehr gefreut als viele meinten, das sie die Story lesen würden, das ist wirklich der Hammer! Alleine weil es ein wirklich krasses Thema ist! Ich muss mich einfach mal dafür bedanken, das alleine meine andere Story '18' so ein gutes Feedback bekommt. Und ja, es ist halt immer extrem geil, wenn ich online komme und sehe das ich meistens über 20 Aktivitäten habe. Krass. Ich Checks einfach nicht. Danke, danke, danke ❤️
Gefällt euch diese Story bis hier hin? ✋
Love, Lea!)

Suicide attempter | h.s *Slow Updates*Lies diese Geschichte KOSTENLOS!