Endlich kam ich in einer Stadt an. Wie weit sie vom College entfernt war, wusste ich nicht. Ich wusste ja nicht mal, wo ich eigentlich war. Doch ich brauchte einen freien Kopf. Der Taxifahrer fuhr mich bis vor ein Motel, indem ich auch erst mal eincheckte.
Oh man Laura, sie hasst dich bestimmt für diese Aktion.
Doch manchmal triffst du Entscheidungen und manchmal treffen Entscheidung dich. Eigentlich mochte ich das College und es tat mir natürlich leid, aber war es das alles Wert?
Tina's Namen konnte derart schön sein und doch manchmal das schlimmste Wort, das man nur erwähnen konnte. Ihr Liebe konnte mich so glücklich und war dann wiederum das grausamste Gefühl, das ich je verspürte. Mein Herz wollte bei ihr sein, doch mein Kopf erinnerte mich immer und immer wieder an das was geschehen war. Doch geht man soweit?
Normalerweise sollte man für die Liebe seines Lebens kämpfen und nicht vor ihr wegrennen. Aber na gut, nun hatte ich die Nachricht geschrieben und verschickt. Vielleicht müsste ich einfach nur noch mal eine Nacht darüber schlafen und morgen würde alles wieder anders aussehen.
Doch würde es anders sein?
Weil eigentlich wird sich auch morgen nichts an der Tatsache ändern, dass sie mit diesem Jungen rumgemacht hat, und da wo er sie angefasst hat, sind sie bestimmt auch weitergegangen. Nur der Gedanke, dass er sie angefasst hat, wo ich es normalerweise tun sollte, brachte mein Herz zum kochen. Sie war mir. Ich liebte sie, wie niemand anderes.
Was sollte ich nun machen?
Den ganzen Nachmittag lag ich auf meinem Bett und versuchte eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Doch ich kam zu keinem Entschluss. Sie lag wahrscheinlich gerade in meinem Bett und vögelte mit dem Typen, also wieso sollte ich zurückkommen wollen? Wegen dem Studium dort? Ich ging dort eigentlich nur hin, weil ich es Zuhause nicht mehr aushielt. Ich wollte beweisen, dass ich es auch alleine schaffen konnte. Die tränen liefen mir über das Gesicht, als ich plötzlich anfing darüber nachzudenken was nun passieren könnte. Vielleicht war sie froh, dass ich endlich weg war? Warum liebte ich sie so sehr? Ich würde am liebsten zum College zurückfahren, ihre Hand nehmen und einfach so weit weg wie möglich laufen. Nur mit ihr. Ganz weit weg, wo uns niemand etwas anhaben konnte. Mein Kopf war wie ein Tagebuch an diesem Nachmittag. Mein Handy hatte mittlerweile keinen Strom mehr und war deshalb aus. So konnte mich nichts aus den Gedanken reißen. Doch jede kleine Erinnerung an sie schmerzte so sehr. Es tat so weh. Es sollte aufhören. Nein, es MUSSTE aufhören. Ja, das bewies wieder, das ich Pessimist war, auch wenn ich es oft nicht wahr haben wollte. Aber ich hatte seit gestern Abend grausame, dunkle Gedanken. Ich entschloss mich in ein Kiosk, um die Ecke, zu gehen. Ich holte mir eine weitere Flasche Wodka. Als ich bezahlen wollte, fiel mir ein junger Mann neben mir auf. Er kaufte nichts, sondern unterhielt sich mit dem Kassierer. Die Situation war mir irgendwie unangenehm und so nahm ich meine Flasche und ging. "Warte ich mach das.", sagte der junge Mann plötzlich, als er mir die Tür aufhielt. "Danke.", nuschelte ich schüchtern. "Also ich bin Julian."
Ich zog ein halbwegs nettes Lächeln auf und stellte mich ebenfalls vor. Wir unterhielten uns eine kurze Weile, bis er mich fragte, wo ich wohnte. Ich meinte, ich wäre neu hier und wohnte deshalb in einem Motel momentan. Es wurde langsam dunkel, also bot er mir an mich zurückzubegleiten. Ich willigte ein. Auch wenn es nur um die Ecke war, doch die Stadt schien mir unheimlich. "Du möchtest doch die Flasche nicht alleine trinken?", sagte er mit einem winzigen grinsen. "Wenn du möchtest, können wir sie zusammen trinken.", lachte ich. Also lud ich ihn nach drinnen ein.

Es war mittlerweile schon spät geworden und die Flasche war nahezu leer, es reichte gerade noch für zwei Schlücke. "Trink den Rest.", sagte Julian. Ich schüttelte mit dem Kopf. "Ich mag den Rest nicht.", kicherte ich. "Dreh dich um." "Wieso?", fragte ich.
"Vertrau mir. Gleich wird es dir schmecken.", sagte er. Also drehte ich mich um. Mein Sehvermögen war mittlerweile schon sehr eingeschränkt. "Hier. Bitteschön.", lächelte er und reichte mir die Flasche hin. "Mit was hast du gemischt?" "Versuch es einfach", befahl er. Also setzte ich die Flasche an und trank mit einem Großen Schluck den letzten Rest. Es schmeckte ein wenig anders. Salziger. An der Farbe war kein Unterschied zu erkennen. Ich verzog Kurz das Gesicht und stellte die Flasche ab. "War kein großer Unterschied", sagte ich. Er lächelte und fing an zu erzählen, wie er lange er hier schon wohnen würde. Doch ich fühlte mich irgendwie komisch. Mir wurde heiß, also stand ich auf und ging auf die Tür zu.
"Alles in Ordnung?", fragte er mich. Ich nickte. Ich stützte mich an der Wand ab, doch merkte wie die Kraft schwand. Dann wurde alles schwarz...

Secretly in Love ( GirlxGirl )Lies diese Geschichte KOSTENLOS!