Tag 6

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Ich hatte die Augen geschlossen und ließ mich von den warem Sonnenstrahlen kitzeln. Das vertraute französische gemurmel um mich herum streichelte mein Ohr und zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Ich öffnete meine Augen und war prompt geblendet, was mkich aber nicht weiter störte. Ein paar Vögel flogen über mich hinweg und sangen dabei. es war ein schöner Kontrast zu dem Verkehrslärm im Hintergrund. Obwohl, selbst der war nicht störend, ehr heimelig. Der Himmel war blau, nicht eine Wolke war am Himmel. Ich setzte mich auf und mein Blick richtete sich auf den Eiffelturm, der nur ein paar hundert Meter von mir entfernt war. Ein Sturm von Endorphinen überrumpelte mich. Konnte es überhaupt etwas Schöneres geben? Ich war vollkommen glücklich. Aus der Menge von französischen Wörtern, Vogelgezwitscher und Verkehrslauten stach eine schneidiende Stimme hervor, die nun immer lauter wurde und so meine Aufmerksamkeit erregte. Eben war sie mir nicht aufgefallen, aber jetzt wirkte sie falsch und störend. Die Stimme redete auch nicht französisch, sondern Englisch, was aber in der wunderbaren Hauptstadt Frankreichs nichts Ausergewöhnliches war. Ich konnte die vielen internationalen Touristen nur zu gut verstehen (genau genommen war ich ja selbst einer, aber jetzt, da ich hier wohnte konnte man mich nicht mehr als ein solcher bezeichnen), die nach Paris kamen um das Flair und all das in sich aufzusaugen. Doch diese Stimme irritierte mich. Sie war nicht so entspannt und freundlich wie die anderen, nein, sei war richtig agressiv und langsam wurde ich das auch. Wer erlaubte sich meine Ruhe zu stören, jetzt, da wo ich doch einfach mal hier in dem taufrischen Gras liegen und Paris genießen wollte? Und dann auch noch auf Englisch? Auch wenn es mir widerstrebte, versuchte ich die Worte wahrzunehmen, um wenigstens zu erfassen, worüber sich die Person so aufregte. Und das auch noch in der Stadt der Liebe. "Wake up! You have to help! You're free day is tomorrow, but today Jacob needs your help. He'll meet you in the yard in five minutes. Hurry up!" Dann ein Türknallen und anschließend - meine geliebte Ruhe. Doch ich konnte sie nicht mehr richtig genießen. Ich war nicht mehr in Paris und lag auch nicht mehr im taufrischen Gras. Nein, ich lag in diesem Bett, in dem Zimmer in den USA und musste jetzt SOFORT raus um mich umzuziehen und wahrscheinlich mal wieder mit Pferdemist hantieren. Na toll. Die Stimme war nicht umbedingt agressiv gewesen, sie hatte einfach nur die Lebenseinstellung der Person zu der sie gehörte widergespiegelt: Mr. Hastings. Ich konnte gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich diesen Mann verabscheute. Aber es half ja nichts. Mit einem riesigen Seufzer schob ich die Decke beiseite und machte mich auf den Weg ins Bad. Wenigstens benahm sich Jacob seit Neustem ganz passabel, sodass das Arbeiten vielleicht sogar erträglich werden könnte. Maman würde etwas erleben, wenn ich wieder zuhause war.

Nach gefühlten fünf Minuten stand ich fertig in dem Innenhof der Hastings, wo Jacob mich bereits erwartete. Ich trug einfach eine Jeans und das Holzfällerhemd, das Trevor mir gestern gegeben hatte. Es war praktisch und ich fing irgendwie an es zu mögen. Jacob sah mich aber tadelnd an. Hatte ich wieder das falsche Outfit gewählt, so wie gestern? Konnte man es denn den Amerikanern nie recht machen? Doch er grinste direkt wieder und begrüßte mich mit einem Schulterklopfen. Ich erwiderte es nicht, noch sagte ich etwas, da mir so viel Nähe zu einem Mitmenschen nicht direkt angenehm war. "Ich verstehen jetzt, was Dad nicht an dir mag. Ich meine, mich hat es auch gestört, dass du mich so behandeln hast, aber jetzt bist du ja ganz okay. Aber Dad.... Ich nicht habe ihn verstanden, aber jetzt weiß ich, was er meint." Ich schaute ihn fraglos an und zog eine Augenbraue hoch. Das war ein Trick, auf den ich besonders stolz war. Es sah cool, aber auch ein bisschen herablassend aus und das war genau das, was auch ich war. Jedenfalls aus meiner Sicht. "Well, er war gestern sichtlich genervt von dir, was man ja auch im ersten Moment gut sein kann. Du bist nicht besonders.... wie sagt man? Charastmatisch?", fragte er. "Charismatisch." "Right. Das bist du nicht. Aber das ist auch gut. Nicht jeder kann perfekt sein. Aber jetzt du kommen vieeel zu spät. Du bist nicht zuverlässig. Es war abgemacht, dass wir uns treffen in fünf Minuten und du kommst nach 30 Minuten! Ich haben gewartet die ganze zeit un die Pferde auch!" Mir stockte der Atmen. Nich etwa, weil er die ganze Zeit gewartet hatte und ich zu spät kam, das hatte ich schon vermutet, wie gesagt, es hatte sich angefühlt wie fünf Minuten, aber es ware sicher keine gewesen. Viel mehr war ich erschrocken wegen einem kleinen Wort in seinem Satz: Pferde. Wie schon oft erwähnt war ich wahrhaftig kein Pferdenarr, sondern hatte regelrecht Angst vor den Tieren. Etwas eingeschüchtert (und das passiert wirklich nicht oft) fragte ich: "Em, was müssen wir mit den Pferden machen? Also muss ich sie richtig... berühren?" Jacon lachte: "Of course! Vielleicht kannst du schon heute auf ihnen reiten! Wir müssen geben kleinen Kindern Reit-lesson. That will be fun! Du magst doch Pferde, oder?" es wäre sicher etwas merkwürdig gekommen, wenn ich so wild mit dem Kopf geschüttelt hätte, dass mein ganzer Dutt um mich herum geflogen wäre, also begnügte ich mich mit einem Schnauben, das er aber richtig wertete, denn das erwartungsvolle Grinsen hatte einem etwas verdutzten Gesichtsausdruck platzt gemacht. "Oh", sagte er nur und machte sich dann auf den Weg zu einem Reitplatz, wie ich vermutete. Ich lief einfach hinterher. was bleib mir auch für eine Wahl? Vielleicht hatte es Mr. hastings sogar nett gemeint, als er mich für die Reitstunde 'eingeteilt' hatte, aber mir wäre der stinkende Mist viel lieber gewesen, als diese gemeingefährlichen Pferde. Solche Viecher waren viel unberrechenbar. Wenn ich Glück hatte, konnte ich mich einfach schnell verziehen und Jacob in Ruhe seine Reitstunde machen lassen. Ich wäre ihm sicher sowieso nur eine 'Behinderung gewesen, wenn ich mich ängstlich an ihn geklammert und gewinselt hätte.

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