7. Passt das Gebiss?

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Oftmals sieht man Pferde, die mit einem falschen Gebiss geritten werden und der Reiter dies nicht bemerkt. Das Pferd fängt an, seine Schmerzen zu zeigen, indem es sich z. B. gegen die Reiterhand wehrt oder dass sich seine Rittigkeit im Allgemeinen verschlechtert. Oft ist es dann so, dass der Reiter denkt, dass das Pferd sich einfach nur Unarten angewöhnt hat und will ihm diese-oft mit Gewalt- wieder austreiben. Aus diesem Grund möchte ich euch heute zeigen, wie ihr feststellen könnt, ob das Gebiss eurem Pferd passt.

Woran erkennst du, ob deinem Pferd das Gebiss passt?

-entspannter Gesichtsausdruck

-gute Rittigkeit

-Gesamtzustand

D. h. das Pferd läuft zufrieden unter dem Reiter, trägt den Kopf ruhig und reagiert gut auf die Zügelhilfen. Passt das Gebiss nicht, kaut das Pferd u. a. hektisch, sperrt das Maul auf, geht gegen oder hinter den Zügel, lehnt die Stellung ab oder wehrt sich gegen die Reiterhand. Auch schon beim Auftrensen oder beim Berühren des Mauls reagiert es abwehrend. Im Maul lassen sich Rötungen, Verletzungen und auch Druckstellen erkennen.

Wie findest du die richtige Länge/Größe eines Gebisses?

Wichtig ist, dass du die Beschaffenheit des Pferdemauls untersuchst. Hat das Pferd

-eine dicke oder eher eine dünne Zunge?

-eine breite oder schmale Zunge?

-eine scharfkantige, dünne oder eher runde Lade(zahnfreier Zwischenraum zwischen den letzten Schneidezähnen oder den ersten Backenzähnen)?

-Haken-oder Wolfszähne?

-eine harte oder weiche Schleimhaut?

Wichtig ist auch, wie groß der Abstand zwischen den Laden ist und wo genau die Zähne liegen.

Die Breite des Mauls, die Länge der Maulspalte und die Beschaffenheit der Lippen muss gemessen werden, um ein passendes Gebiss zu finden. Das Gebiss hat die richtige Größe, wenn es an jeder Seite 0,3-0,5 cm Überstand hat. Ein zu schmales Gebiss wirkt quetschend, ein zu großes verfälscht die wirkliche Dicke des Gebisses.

Für die Dicke des Gebisses solltest du wissen, wie viel Platz im Maul deines Pferdes ist. Außerdem stimmt es nicht, dass dicke Gebisse automatisch weicher sind, sie haben eine "schwammigere" Einwirkung. Ein Pferd mit wenig Platz im Maul sollte also eher ein dünneres Gebiss haben.

Wie hoch soll das Gebiss verschnallt werden?

Verschnallst du das Gebiss eher tief, kann das Pferd das Gebiss im Maul besser bewegen und es so an den für ihn bequemsten Platz verschieben. Vor allem ein doppelt gebrochenes Gebiss solltest du tiefer verschnallen, da es eher stangenartig im Maul des Pferdes liegt.

Du solltest das Gebiss eher hoch verschnallen, wenn du eine einfach gebrochene Wassertrense benutzt, wenn dein Pferd seine Zunge gern übers Gebiss legt oder wenn du es durchgehend in Anlehnung reitest, da der Unterkiefer nach vorne hin schmaler wird und die Einwirkungsfläche sonst immer kleiner werden würde, was zu Schädigungen führen könnte.

Worauf du noch achten solltest:

-Es sollten sich maximal zwei Falten-auch bei höherer Verschnallung- um das Maul deines Pferdes bilden

-Dass kein Nussknackereffekt (d. h. eine einfach gebrochene Wassertrense stellt sich bei zu starkem Druck im Pferdemaul auf und drückt gegen den Gaumen und Lade und Zunge werden gequetscht) auftritt

Dies sind nur Richtwerte, bei Problemen oder auch bei der Vermessung des Pferdemauls solltest du dir einen Experten holen (:

Bis zum nächsten Kapitel,

linchenbinchen

Pferde- Träumen kann jederLies diese Geschichte KOSTENLOS!