Kapitel 8 - Die Wendung

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Es war kein Name angegeben, nichts. Auf einmal jedoch, machte es 'klick'.

YAZDAN!

Ich weiß nicht, wieso es mir nicht von Anfang an eingefallen ist, vielleicht, weil ich niemals erwartet hätte, dass er es mir Nachhause schickt. Yazdan würde es mir eigentlich persönlich übergeben. Ich schrieb ihm sofort etliche Nachrichten, bedankte mich herzlich bei ihm und habe natürlich gefragt, woher er meine Adresse hat. Im Anschluss kam heraus, dass er die, welch eine Überraschung aber auch, im Telefonbuch gefunden hatte. Letztendlich habe ich mich über diesen Strauß, im Gegensatz zum anderen, wirklich sehr gefreut.

Nun war es schon März 2014.
An einem Wochenende habe ich mich mit Yazdan erst am Hauptbahnhof getroffen und anschließend sind wir in eine Bar gegangen. Wir saßen nebeneinander, haben Shisha geraucht und uns wieder recht oberflächlich unterhalten. Im Anschluss begleitete er mich zum Bahnhof, wartete mit mir auf den Zug und umarmte mich, als ich eingestiegen bin.

Am nächsten Tag schrieb er mir plötzlich nicht mehr. Ich habe ihn normalerweise eher selten angeschrieben, er übernahm diesen Part. Jedoch war es an dem Tag anders, also schrieb ich ihn an. Nach Stunden antwortete er mir und dann auch noch kurz und knapp. Irgendetwas stimmte nicht mit ihm, aber was?
Ich habe ihn gefragt, ob es ihm nicht gut geht, er irgendwelche Probleme hat oder ich irgendetwas falsch gemacht habe beim gestrigen Treffen. Er verneinte alles und meinte, dass er kaum Zeit hat. "Typisch", dachte ich mir, "die universelle Ausrede für Männer, wenn sie keine Lust mehr haben." Erwartet von Yazdan hätte ich es jedoch nicht.

Ich hatte ihm am zweiten Tag noch geschrieben, aber danach war es mir zu blöd und ich wurde dementsprechend kalt zu ihm, um mich vielleicht auch selbst zu schützen. Es hatte mich sogar etwas verletzt, weil ich keinen Grund gesehen habe, dass er so geworden ist. Ganz im Gegenteil, ich habe mich sogar bei unserem letzten Treffen ein wenig bemüht, Interesse zu zeigen und habe mich für unser 'Date' oder was auch immer das war, schick gemacht. Ich war verärgert über meine Naivität, dass ich so viel von ihm gehalten habe oder es wirklich zugelassen habe, ein paar Gefühle für ihn zu entwickeln.

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