8.Kapitel

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Er kommt immer näher und ich stehe da wie erstarrt. Jetzt wird mein Leben enden.

"Wer bist du?", fragt mich der Mann, der kurz vor mir stehen geblieben ist. Seine Stimme klingt rau und ich erschrecke deswegen schon fasst, den sie lässt den Mann noch einflussreicher Wirken und noch gefährlicher. Ich schaue unsicher auf und blicke ihm in die Augen. Sie sind grün, was mich doch ziemlich wundert. Haben Vampire nicht rote Augen? Aber Christian hatte am Anfang doch auch keine Roten Augen, oder habe ich mich da nur getäuscht.

"Mein Name ist Emma", sage ich mit überraschend fester Stimme. Wenn ich schon sterbe muss, dann nicht ganz Kampflos und schwach.

"Nun Emma. Wie bist du hier hin gekommen?", fragt der Mann weiter, und klingt dabei schon fast belustigt.

"Was weiß ich? Ich bin durch die Flure gelaufen und jetzt stehe ich hier".

"Und wie bist du ins Schloss gekommen?", fragt er weiter und es sieht so aus, als ob er wirklich gespannt auf meine Antwort ist.

"Wie wohl? Ich wurde ausgelost und wurde von Christian hier her gebracht".

"Von Christian also. Nun, dann habe ich ja schon von dir gehört. Sagst du mir denn jetzt auch noch, wo er ist?", fragt er weiter fröhlich, doch in seinem Gesicht erkenne ich ein wenig Wut. Aber wieso ist er jetzt wütend auf mich? Ich habe doch nichts anderes gemacht, als ihm zu antworten.

"Das weiß ich doch nicht. Das letzte Mal habe ich ihn in dem Badezimmer gesehen".

"In welchem Badezimmer?".

"Woher soll ich das denn wissen? Es war weiß. Mehr weiß ich nicht", sage ich, und glaube das er nicht sehr zufrieden mit meiner Antwort ist, denn seine Stirn leg sich in Falten.

"Nun ja. Ist jetzt auch egal. Du gehst jetzt mit John mit. Er wird dir etwas zum Anziehen geben und dann wirst du noch etwas vorbereitet. Wenn wir Christian bis dahin gefunden habe, kann es sein, dass er auch dazu kommt und John ablöst". Ein großer Mann kommt auf mich zu und zieht mich unsanft am Handgelenk hinter sich her. Er sieht sportlich gebaut aus und ist auch wirklich stark, denn er zieht mich mit, als ob ich nichts wiegen würde. Ganz anders als uns früher erzählt worden ist, trägt er eine Hellblaue fast schon weiße Jeans. Dazu hat er einen roten Pullover an, der seinen Muskulösen Oberkörper genau abzeichnet. Wenn er mir in meinem Heimatsort auf der Straße begegnen würde, würde ich ihn für einen ganz normalen Mann halte. Doch ich weiß es besser. Als er eben bei mir vorbei gegangen ist, habe ich seine blutroten Augen gesehen. Wir betreten einen Raum, der genauso aussieht, wie der, indem ich gefesselt war, nur, dass es so aussieht, als ob hier jemand leben würde. Das Bett ist zerwühlt, und auf dem Schreibtisch liegen einige Sachen verteilt. John zieht mich zum Bett, auf das ich rückwärts drauf falle.

"Hier. Zieh dir das an", sagt er und schmeißt mir ein Bündel Kleidung zu. Ich starre ihn an. Ganz sicher werde ich mich nicht vor ihm ausziehen. Reicht ja schon das ich das vor Christian machen mussten, aber ganz sicher werde ich es nicht vor John oder wie auch immer er heißt machen.

"Du kannst lange warten. Ich werde hier bleiben und wenn du dich nicht langsam beeilst, werde ich es machen", sagt er und kommt wieder etwas näher auf mich zu.

Ganz sicher werde ich mich nicht von ihm ausziehen lassen. Also stehe ich auf, gehe ein Stück von ihm weg und drehe mich um, damit er nicht so viel von meinem Körper sehen kann.  Schnell öffne den Bündel Kleidung, den er mir gerade eben zugeworfen hat. Es ist nur ein Kleid. Naja es könnte auch ein Kartoffelsack sein, aber ich glaube es soll ein Kleid darstellen. Das Kleid ist in einem schönen Lila Ton, der mich ein wenig an mein Dorf erinnert. Wir haben dort eine kleine Blumenwiese, auf der lila Blumen blühen, die genau den gleichen Ton haben. Dazu sind da  auch noch Leinenschuhe ebenfalls in dem Lila. Doch weit und breit ist keine Unterwäsche. Mist. Meine Unterwäsche liegt ja noch in dem Bad, wo ich Christian alleine gelassen habe. Ich nehme mir das Kleid und ziehe es mir über. Nachdem es alles verdeckt, ziehe ich mir das Handtuch darunter aus. Dann ziehe ich mir noch schnell meine Schuhe an. Ich bin überrascht, dass alles perfekt passt. Ich drehe mich wieder um zu John.

"Das bring nichts. Ich werde dich schon früh genug Nack sehen. Vertrau mir", sagt John und packt wieder meinen Arm. Er zieht mich aus dem Zimmer raus und ich Stolper schon wieder hinterher. wieso müssen die Vampire so schnell sein, nur wegen denen bin ich heute schon so oft hingefallen. Vor der Tür steht Christian. John lässt augenblicklich meinen Arm los, doch Christian packt ihn, sodass ich noch niemals die annähernde Chance habe, mich zur Wehr zu setzten. Er zieht mich den Flur entlang und öffnet eine Tür. Wir gelangen wieder in einen Flur. Man, was ist das hier für ein Labyrinth? Ich habe jetzt ja schon wieder den weg vergessen, der zu dem Zimmer führt, in dem ich gerade noch war. Wie kann man sich hier nur auskennen? Wir gehen durch noch eine Tür und kommen in ein Bad. Es ist groß, und hat ein Fenster, das helles Licht in den Raum fallen lässt. In der Mitte des Zimmers steht ein Stuhl, zu dem mich Christian zieht. Er schubst mich, sodass ich auf den Stuhl falle und sitze. Er kommt zu mir, dabei sehe ich, dass er ein Seil in der Hand hält. Mit seiner Hand fasst er nach meinem Handgelenk und macht es an der Stuhllehne fest. So macht er immer weiter, bis er mich so gefesselt hat, dass ich mich nicht mehr wehren kann. Ich sehe ihn fragen an, doch er geht einfach nach draußen und lässt mich alleine Im Badezimmer zurück, gefesselt auf dem Stuhl.

Vampirleben oder nicht? *Wird überarbeitet*Lies diese Geschichte KOSTENLOS!