Er

3.5K 129 3

Sie war gegangen. EInfach so. Hatte sich aus meinem Leben verabschiedet, ohne mir eine Erklräung zu geben.

"Du darfst dich nicht in mich verlieben", hatte sie gesagt.

Was hätte ich denn tun sollen? Ihr sagen, dass es zu spät war um das zu verhindern? Das sie mein ein und alles war und ich nicht mehr ohne sie konnte, nicht mehr ohne sie wollte? Sie hätte mich ausgelacht! Warum auch sollte ein Mädchen wie sie sich in einen jungen Mann wie mich verlieben? Sie hatte gesehen, was mit mir nicht stimmte. Aber welchen Zweck hatte diese Sache dann zwischen uns? Wollte sie nur wissen wie es war Sex zu haben? Weil sie mit ihren 19 Jahren noch Jungfrau war?

Ich griff nach allem was mir in die Finger kam. Vasen, Bilderrahmen, Gläser. Alles schmiss ich gegen die Wand vor mir. Versuchte meine Aggressionen heraus zu lassen. Wollte schreien, doch kein Laut kam mehr heraus. Es gab nichts mehr zu sagen.

Es klingelte an der Haustür und zu meiner Überraschung stand Tobias vor mir.

"Naja, also ich hab gedacht, du bräuchtest jetzt vielleicht Beistand."

"Was? Woher weißt du das?"

"Emily hat  mir angerufen. Sie hat meine Nummer von Leonie. Sie wollte, dass sich jemand um dich kümmert."

"Sich jemand um mich kümmert?", schrie ich, packte den kleinen Holztisch, der im Flur stand und schlug ihn gegen die Wand neben mir. "Sich jemand um mich kümmert? Die Schlampe hat sich einfach verisst und jetzt macht sie auf Engel und ruft dich an? Was geht mit der falsch? WIe konnte ich mich so in ihr Täuschen?"

Ich schlug mit meiner Faust gegen die Wand. Der raue Putz riss mir meine Haut auf und Blut bedeckte die weiße Farbe. Scheiße tat das weh. Aber der Schmerz tat andererseits auch verdammt gut! Ich wollte noch einmal zuschlagen, wurde dieses Mal aber von Tobias aufgehalten. Er packte mich an meinen Schultern und riss mich nach hinten. 

"Sag mal bist du total bescheuert? Emily geht es mindestens genauso dreckig wie dir. Die Kleine hat geheult, als wäre die Welt untergegangen. Ich habe sie kaum verstanden, weil sie so geschluchzt hat. Ich habe nur Samuel und es ist aus verstanden. Dann hat sie aufgelegt und ich bin sofort zu dir gefahren. Verdammte scheiße, ich weiß nicht was zwischen euch war, aber klar ist, dass ihr beide total bescheuert seit. Wieso macht ihr euch so fertig? Jeder Blinde sieht doch, dass ihr total in einander verschossen seit!"

Tobias schüttelte mich und meine Kopf wurde hin und her geworfen. Ich konnte nicht mehr klar denken. Wieso hatte sie geweint? Sie hatte Schluss gemacht! Sie hätte das nicht tun müssen!

"Hol sie dir zurück, Kumpel!" Tobias und ich rutschten an der Wand ab und saßen nun auf dem kalten Fließenboden. Während ich Rotz und Wasser heulte,so wie noch nie in meinem Leben, nahm er mich in den Arm.

Bevor du gehstLies diese Geschichte KOSTENLOS!