5. The Hospital

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Die ganze Fahrt über war es still. Ich wollte zwar fragen weshalb Kyle hinter mir her ist aber ich wollte ihn nicht noch mehr belasten in dem ich ihn jetzt ausfragte. Ich blickte kurz zu ihm und sah das seine Augen geschlossen waren. >>Liam! Wach auf. Du musst wach bleiben in so einem Zustand. Wir sind gleich da.<< sagte ich zu ihm. Als er sich immer noch nicht bewegte nahm ich meinen rechten Arm und stupste ihn an. Er riss schlagartig seine Augen auf und drehte sein Kopf zu mir >>Ja?<<

>>Bleib wach Liam.<<, wiederholte ich, was ich eben schon gesagt hatte.

Er blieb leise und sah aus seinem Fenster.

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Als wir endlich da waren rannte ich so schnell ich konnte zum Empfang. Es saß eine junge Frau am Tresen und tippte etwas in den Computer. Sie war ungefähr Mitte Zwanzig, hatte schwarzes Haar und ihr Kleid lag ihr deutlich zu eng, denn es betonte sehr ihre Oberweite.

>>Ein Freund von mir hat eine Kugel im Bauch und braucht dringend Hilfe! Bitte!<< ich sah die Frau verzweifelt an, doch sie sah gelangweilt zu mir herauf.

>>Oh, ihr Freund braucht Hilfe?<< fragte sie lieb und verständnisvoll, beinahe hätte ich wirklich geglaubt sie wolle uns helfen, ehe ihre Miene sich wieder veränderte und weiter sprach.
>> Genauso wie die anderen<< und zeigte auf die Leute die auf den Wartestühlen saßen.
>> Alle Ärzte sind momentan im Operations-Saal. Ich kann ihnen aber anbieten da Platz zunehmen und einen Augenblick zuwarten.<< Sie zeigte wieder auf die Reihe mit Stühlen an der Wand. Ich sah sie wieder an. Das war doch wohl nicht ihr ernst?

>>Wie alle Ärzte sind momentan im OP Saal? Das ist doch ein Krankenhaus! Es wimmelt hier nur von Ärzten! Hören sie, MEIN FREUND HAT EINE VERDAMMTE KUGEL IM BAUCH WENN IHM NICHT GEHOLFEN WIRD, WIRD ER STERBEN!!<< Schrie ich schon fast, ich war außer mir, hätte ich mich nicht besser beherrschen können wäre ich hier wirklich eskaliert. Ich hatte mal vor einiger Zeit einen Selbstbeherrschungs Kurs gemacht, daher war ich gut vorbereitet für solche Momente wie jetzt.

Sie konnte nichts außer mit den Schultern zu zucken und die Lippen aufeinander zu pressen.
Empört lief ich zurück zu Liam. Ich stützte ihn und ließ ihn auf einen der Stühle nieder.

>>Mel, ich brauche keinen Arzt.<< Keuchte er. >>Hör auf! Wie kannst du bei sowas noch spaßen?<< Ich sah ihn entgeistert an.

>>Sing!<<

Ist er nun völlig auf den Kopf gefallen? Ich kann doch nicht jetzt im Krankenhaus plötzlich anfangen zu singen?

>>Liam ich kann jetzt nicht hier im Krankenhaus anfangen zu singen.<< Versuchte ich ihm klar zu machen. Er nahm plötzlich unerwartet meinen Arm.

>>Du willst doch das ich gesund werde oder? Also sing jetzt.<<

Er tat mir etwas leid, also tat ich ihm diesen gefallen. Aber was sollte ich singen?

>>Aber, was soll ich denn singen?<< Fragte ich ihn. >>Naja du brauchst nicht unbedingt eine Lyric. Du kannst auch nur summen.<< Antwortete er mir. Das machte es mir natürlich einfacher. Ich überlegte kurz nach einer Melodie.

>>Überlege bitte schneller. Ich habe nicht gerade alle Zeit der Welt. Und wenn du anfängst sieh auf meine Wunde.<< Befahl er mir.

Okay ich hatte es!

Er hielt immer noch meinen Arm fest, ich dachte mir nichts dabei und summte irgendeine Melodie los. Währenddessen hob er etwas sein T-Shirt hoch damit ich seinen Bauch und seine Wunde besser sehen konnte.

Als ich fertig war sah ich wieder in Liams Augen. Er zeigte mir mit seinem Finger erneut auf seine Wunde. Also langsam fragte ich mich wirklich ob er nicht doch verrückt ist. Aber dann sah ich, wie sich seine Wunde ganz von selbst heilte.

Meine Augen weiteten sich und mein Mund öffnete sich etwas. Ich war sprachlos. Ich sah ihn an als hätte ich einen Geist gesehen. Ein paar Sekunden später war alles weg, nicht mal eine Narbe war zu sehen. Ich starrte weiterhin darauf.

Ohne ein Wort zu sagen stand Liam auf, richtete sein T-Shirt und lief auf den Ausgang.
Ich blieb völlig geschockt da sitzen. Jedoch stand ich dann zwei Minuten später auch auf und rannte zu ihm >>Liam! Bleib stehen!<< Rief ich ihm hinter her, doch er machte keine Reaktion stehen zu bleiben sondern lief einfach weiter. Ich rannte wie eine bekloppte aus dem Krankenhaus raus. Zum Glück waren nicht viele da, aber es waren welche da. Die dachten bestimmt ich sei von der psychisch gestörten Station entflohen. Das war mir aber eigentlich egal, schließlich werde ich diese Leute in meinem Leben nie wieder sehen.

Mein Standort war nicht mehr so weit vom Auto entfernt, ich konnte seinen Kopf vom Fenster aus sehen. Sein Gesicht war nach unten gesenkt, wahrscheinlich machte er was am Handy. Als ich endlich ankam stand ich erstmal ein paar Sekunden außer Puste vor der Tür und wollte sehen ob er mir irgendeine Aufmerksamkeit gab. Doch nichts kam, also stieg ich ein.
Er startete den Motor und schaltete das Radio an. Es lief Sail von Awolnation.

>>Kannst du mir bitte sagen was das eben war?<< Fragte ich ihn und sah dabei in seine Richtung.

Zuerst sagte er nichts, doch dann sagte er etwas, was mein Leben von Grund auf  änderte.

>>Du bist eine Melisyn!<<

Melysin- Gefährliche Wahrheit Lies diese Geschichte KOSTENLOS!