Kapitel 1

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*ring ring*

"What?", ich vergrabe meinen Kopf im Kopfkissen. Stechender Schmerz in meinem Kopf, als ich die Augen kurz öffne. Warum ist die Sonne so hell?

*ring ring*

Wo ist mein verficktes Handy? Grummelnd tastet ich danach.

"Hmm..", murmelte ich beim Abheben.

"Zarah Sophia d´Alderoy, wo um Himmels willen steckst du? Heute ist der erste Schultag, was macht das für einen Eindruck, wenn du am ersten Schultag schon zu spät kommst? Sogar Alex hat es geschafft, pünktlich aufzustehen und als er gemerkt hat, dass du nicht in deinem Bett liegst, hat er mich angerufen..."

"Guten Morgen, Mutter", unterbreche ich ihre Schimpftirade, die mich nicht sonderlich beeindruckt. Deswegen gehe ich auch nicht auf sie ein. "Wie ist Boston?"

"Zarah, geh in die Schule, du..", ist das letzte, was ich höre, bevor ich auflege. Echt kein Bock auf die Alte. Sie kommt nicht damit klar, dass ich nicht mehr das süße, mollige, kleine Streberchen bin, das ich mal war.

Wo bin ich eigentlich? Ich blicke mich um und werde von der zu grellen Sonne geblendet, die durch die großen Panoramafenster scheint. Wow, ich kann von hier aus den Eiffelturm sehen. Leider ist das nicht meine Wohnung. Sondern anscheinend die des schlafenden Manns neben mir. Der nicht schlecht aussieht, mit dem Dreitagebart und den verwuschelten, blonden Haaren.

Ich stehe leise auf, um ihn nicht zu wecken, fische meine zerissene schwarze Strumpfhose, den schwarzen Skaterrock und das schwarze Top aus einem Berg Männerklamotten. Der könnte hier echt mal aufräumen. Kein Lust nach meiner Unterwäsche zu suchen, da geht auch so. Endlich sehe ich auch meine Louis Vuitton.

Soll ich ihm meine Nummer da lassen? Ne, zu blond für meinen Geschmack. Ich gehe raus auf die Straße und atme tief ein in der Hoffnung, das Pochen in meinem Schädel dadurch zu vertreiben. Hat schon mal besser funktioniert... Gott sei Dank ist gegenüber der Wohnung meines One-Night-Stands ein Café, kein Starbuck´s, sondern ein richtig kleines süßes typisch französisches Café. Ich trete ein und setzte mich einen großen, kuschligen Sessel. In Richtung des Kellners werfe ich ein: "Croissant und ein großer Latte" zu. Dann rufe ich meinen Zwillingsbruder an:

"Alex d´Alderoy"

"Wo ist nochmal diese Schule?"

"Zarah, dir ist grundsätzlich mal klar, dass die Schule vor vier Stunden angefangen hat und eigentlich in ner halben Stunde vorbei ist."

"Gut, ähm, dann frühstücke ich jz. Viel Spaß noch beim Lernen! Ich bin in der Rue Augereau, holst du mich dann ab?" 

"Oke, ich fahr gleich los. Meine Zigaretten sind alle und ohne bockt´s mich nich. Ich nehm nen Kumpel mit", sagte er und legte auf.

Alex findet leicht Kumpels, er sieht gut aus. Und ist ein Bilderbuch-Badboy. Es ist nicht so, dass ich keine guten Freunde haben könnte, aber ich will das auch gar nicht. Ich öffne mich seit damals nur sehr wenigen Leuten.

Endlich bringt der Kellner mein Frühstück. Ich atme den Duft des frischen Kaffées ein und sofort werden die Kopfschmerzen leichter. Jetzt kann der Tag losgehen...

La Vie Parisienne - ein Badgirl in der Stadt der LiebeLies diese Geschichte KOSTENLOS!