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Mein Therapeut und ich

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Ich eilte aus der Küche und zog mir das Soßen-Shirt nebenbei über den Kopf, rannte ins Bad, steckte es in den Wäschekorb mit der Schmutzwäsche und jagte in Jaden's Schlafzimmer, in dem ich in der vergangenen Nacht schlafen durfte. Und da stand ich. In einem fremden Zimmer. Halb nackt. Und keine Kleidung von mir hier! Oh man, wie blöd konnte ich nur sein! Wieso musste ich mir ausgerechnet das T-Shirt mit Soße vollkleckern? Was mach ich denn jetzt nur? So halbnackt konnte ich Jaden unmöglich gegenübertreten. Da würde ich mich glatt in ein Streichholz mit hochrotem Kopf verwandeln. Nein, das ging gar nicht. Ich musste irgendetwas anderes finden! Aber was? Ob ich mir etwas aus seinem Kleiderschrank ausborgen kann? Das Shirt war ja auch von ihm, denn meine Sachen waren noch in der Klinik...

Mh...Was nun?

Vorsichtig und mit einem zugekniffenem Auge zog ich eine Schranktür auf und schielte hinein. Ich hatte irgendwie Angst, dass ich im Schrankinneren etwas finde, was ich vielleicht lieber hätte nicht sehen sollen. Doch was ich mit einem Auge sehen konnte, war durch den kleinen Türspalt soweit alles aufgeräumt und ordentlich. Also öffnete ich den Türspalt weiter und mein zweites Auge ebenso. Erleichtert atmete ich auf. Alles in Ordnung, nichts gefährliches oder "persönliches" zu sehen.

Jaden hatte seinen Kleiderschrank ordentlich unterteilt. Links in den Fächern stapelte er seine zusammen gelegten T-Shirts und Pullover, rechts hingen einige Anzüge, die jedoch noch recht neu und unbenutzt aussahen. Er trägt wohl selten Anzüge. Ich suchte nicht lange nach einem Shirt, sondern griff mir irgendeins als ich das Türschloss klacken hörte.

Jaden!

Mein Herz rutschte förmlich in die Hose und ich stand noch immer halb nackt vor seinem Kleiderschrank, von dem ich nicht wusste, ob ich überhaupt etwas darin zu suchen hatte. Deshalb schloss ich ihn rasch und es knallte laut. In meiner Panik hatte ich die Türen wohl etwas zu laut zugeschlagen. Dann schlüpfte ich hastig in den schwarzen Pullover, den ich in der Hand hielt und verhädderte mich mit dem rechten Arm im Ärmel, so dass ich wie ein kopfloser Zombie im Zimmer stand, herumzappelte und nichts sah. Hilfe! Warum hilft mir denn keiner?

"Amanda? Amanda, ist alles bei dir in Ordnung?"

Jaden. Kann er etwa Gedanken lesen?

"Ähm... Ich... Ich komme gleich! Mist! Wieso hänge ich denn hier drin, verflixt?!"

"Brauchst du Hilfe?"

"Ja. Äh, nein. Komm bloß nicht rein!"

Kopflos sprang ich zur Schlafzimmertür, die ich nur halb angelehnt hatte, um sie zu schließen. Dabei stolperte ich über irgendetwas und flog auf die Tür zu, so dass sie mit einem lauten Knall zukrachte und mir mein Kopf höllisch zu schmerzen begann. Sehen konnte ich noch immer nichts außer schwarz, denn ich steckte noch immer im Pullover fest. Aua! Mein Kopf schmerzte höllisch! Und gefangen war ich immer noch. Von einem Pullover! Na klasse! Ich musste dann doch grinsen und erklärte mich für total bescheuert und tollpatschig.

"Amanda?" rief Jaden aufgeregt. "Ist wirklich alles bei dir in Ordnung?"

"Au... Ja... Irgendwie schon."

Ich setzte mich vorsichtig auf, mein Schädel dröhnte und ich tastete ihn vorsichtig mit der Hand ab, nachdem ich mir diesen gefährlich blöden Pullover übergezogen hatte und merkte etwas feuchtes. Blut! Oh nein, nicht auch noch das!

"Jaden?"

Ich hatte kaum nach ihm gerufen und bin etwas zur Seite gerückt, als auch schon die Schlafzimmertür geöffnet wurde und er vor mir stand. Sein Blick sprach Bände.

"Was ist passiert?"

Ich holte mit meiner Geschichte weit aus - seiner Verabschiedung heute morgen - und endete damit, dass mein Kopf nun blutete. Jaden half mir auf und brachte mich vorsichtig ins Bad, wo ich mich auf den Badewannenrand setzten sollte, damit er meine Kopfwunde in Ruhe und bei wesentlich mehr Licht begutachten konnte.

Es stellte sich als kleine Platzwunde heraus, die nicht genäht werden musste. Zum Glück! Ich hasste Nadeln! Jaden klebte mir behutsam ein kleines Pflaster darauf und begleitete mich in die Küche, wo es noch immer köstlich nach dem Auflauf roch. Ich war erleichtert, dass das Essen in der Zwischenzeit noch nicht angebrannt war.

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