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gutenberg

on Jan 07, 2007
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Max und Moritz Eine Bubengeschichte in sieben Streichen

1


MAX UND MORITZ ***

Produced by Inka Weide, Robert Kropf, Markus Brenner and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net

Transcriber's notes: _ Fett / bold [] Korrektur von Satzfehlern / correction of typos "Düte", "Zippelmütze" sind alte Wortformen / are old spelled words

_Max und Moritz_

eine

Bubengeschichte in sieben Streichen

von

Wilhelm Busch.

Dreiundfünfzigste Auflage

1906 München

Verlag von Braun und Schneider.

_VORWORT._

Ach, was muß man oft von bösen Kindern hören oder lesen! Wie zum Beispiel hier von diesen,

[Illustration: Max und Moritz]

Welche Max und Moritz hießen. Die, anstatt durch weise Lehren Sich zum Guten zu bekehren, Oftmals noch darüber lachten Und sich heimlich lustig machten. -- -- Ja, zur Übeltätigkeit, Ja, dazu ist man bereit! -- -- Menschen necken, Tiere quälen, Äpfel, Birnen, Zwetschgen stehlen -- Das ist freilich angenehmer Und dazu auch viel bequemer, Als in Kirche oder Schule Festzusitzen auf dem Stuhle. -- -- Aber wehe, wehe, wehe! Wenn ich auf das Ende sehe!! -- -- Ach, das war ein schlimmes Ding, Wie es Max und Moritz ging. -- Drum ist hier, was sie getrieben, Abgemalt und aufgeschrieben.

_Erster Streich._

Mancher gibt sich viele Müh' Mit dem lieben Federvieh; Einesteils der Eier wegen, Welche diese Vögel legen, Zweitens: Weil man dann und wann Einen Braten essen kann; Drittens aber nimmt man auch Ihre Federn zum Gebrauch In die Kissen und die Pfühle, Denn man liegt nicht gerne kühle. --

[Illustration: Witwe Bolte]

Seht, da ist die Witwe Bolte, Die das auch nicht gerne wollte.

[Illustration: Drei Hühner und ein Hahn]

Ihrer Hühner waren drei Und ein stolzer Hahn dabei. -- Max und Moritz dachten nun: Was ist hier jetzt wohl zu tun? -- -- Ganz geschwinde, eins, zwei, drei Schneiden sie sich Brot entzwei, In vier Teile jedes Stück Wie ein kleiner Finger dick. Diese binden sie an Fäden, Übers Kreuz, ein Stück an jeden,

[Illustration: Vier Brotstücke]

Und verlegen sie genau In den Hof der guten Frau. --

[Illustration: Da kommen sie]

Kaum hat dies der Hahn gesehen, Fängt er auch schon an zu krähen: Kikeriki! Kikikerikih!! Tak, tak, tak! -- da kommen sie.

[Illustration: ... und schlucken das Brot]

Hahn und Hühner schlucken munter Jedes ein Stück Brot hinunter;

[Illustration: Keines kann von hinnen]

Aber als sie sich besinnen, Konnte keines recht von hinnen.

[Illustration: Kreuz und Quer]

In die Kreuz und in die Quer Reißen sie sich hin und her,

[Illustration: ... und in die Höh]

Flattern auf und in die Höh', Ach herje, herjemineh!

[Illustration: ... auf den Ast]

Ach, sie bleiben an dem langen, Dürren Ast des Baumes hangen. -- -- Und ihr Hals wird lang und länger, Ihr Gesang wird bang und bänger.

[Illustration: noch schnell ein Ei]

Jedes legt noch schnell ein Ei, Und dann kommt der Tod herbei. --

[Illustration: Witwe Bolte in der Kammer]

Witwe Bolte in der Kammer Hört im Bette diesen Jammer:

[Illustration: ... tritt heraus]

Ahnungsvoll tritt sie heraus, Ach, was war das für ein Graus!

[Illustration: ... und trauert]

»Fließet aus dem Aug', ihr Tränen! All' mein Hoffen, all' mein Sehnen, Meines Lebens schönster Traum Hängt an diesem Apfelbaum!«

[Illustration: nimmt die Toten ab]

Tiefbetrübt und sorgenschwer Kriegt sie jetzt das Messer her, Nimmt die Toten von den Strängen, Daß sie so nicht länger hängen,

[Illustration: und kehrt zurück]

Und mit stummem Trauerblick Kehrt sie in ihr Haus zurück.

Dieses war der erste Streich, Doch der zweite folgt sogleich.

_Zweiter Streich._

Als die gute Witwe Bolte Sich von ihrem Schmerz erholte, Dachte sie so hin und her, Daß es wohl das beste wär', Die Verstorb'nen, die hienieden Schon so frühe abgeschieden, Ganz im stillen und in Ehren Gut gebraten zu verzehren. -- -- Freilich war die Trauer groß, Als sie nun so nackt und bloß Abgerupft am Herde lagen, Sie, die einst in schönen Tagen Bald im Hofe, bald im Garten Lebensfroh im Sande scharrten. --

[Illustration: sie weint aufs neu]

Ach, Frau Bolte weint aufs neu, Und der Spitz steht auch dabei. Max und Moritz rochen dieses; »Schnell aufs Dach gekrochen!« hieß es.

[Illustration: Max und Moritz auf dem Dach]

Durch den Schornstein mit Vergnügen Sehen sie die Hühner liegen, Die schon ohne Kopf und Gurgeln Lieblich in der Pfanne schmurgeln. --

[Illustration: die Hühner in der Pfanne]

Eben geht mit einem Teller Witwe Bolte in den Keller,

[Illustration: Vorfreude]

Daß sie von dem Sauerkohle Eine Portion sich hole, Wofür sie besonders schwärmt, Wenn
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