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gutenberg

on Jan 07, 2007
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Der Mann im Mond

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DER MANN IM MOND***

E-text prepared by Delphine Lettau, Jan Coburn, Charles Franks, and the Project Gutenberg Online Distributed Proofreading Team

DER MANN IM MOND

oder Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme

Nebst der Kontrovers-Predigt über H. Clauren und den Mann im Mond

von WILHELM HAUFF

INHALT.

ERSTER TEIL.

Der Ball Ida Schöne Augen Der Fremde Die Kirche Das Souper Das Urteil der Welt Der Kotillon Die Beichte Das Dejeuner Der Brief Operationsplan Die Mondwirtin Der polnische Gardist Der Hofrat auf der Lauer Der selige Graf Gute Nachricht Der lange Tag Der Tee Das Ständchen Die Freilinger Feindliche Minen Geheime Liebe Emils Kummer Der selige Berner Entdeckung

ZWEITER TEIL.

Die Heilung Neue Entdeckung Das _Tête-à-tête_ Das Unkraut im Weizen Das Unkraut wächst Trübe Augen Die Gräfin agiert Eifersucht Der neue Nachbar Trau--schau--wem? Der Gram der Liebe Feine Nasen Der Herr Inkognito Emil auf der Folter Der Rittmeister Unschuld und Mut Noch einmal zieht er vor des Liebchens Haus Das Duell Fingerzeig des Schicksals Licht in der Finsternis Reue und Liebe Versöhnte Liebe Die Freiwerber Fortsetzung der Freier Die Soiree Die Braut Präliminarien Zurüstungen Hochzeit Der Schmaus Schluß Nachschrift Kontrovers-Predigt

ERSTER TEIL.

DER BALL.

Über Freilingen lag eine kalte, stürmische Novembernacht; der Wind rumorte durch die Straßen, als sei er allein hier Herr und Meister und eine löbliche Polizeiinspektion habe nichts über den Straßenlärm zu sagen. Dicke Tropfen schlugen an die Jalousien und mahnten die Freilinger, hinter den warmen Ofen sich zu setzen während des Höllenwetters, das draußen umzog. Nichtsdestoweniger war es sehr lebhaft auf den Straßen; Wagen von allen Ecken und Enden der Stadt rollten dem Marktplatz zu, aus welchem das Museum, von oben bis unten erleuchtet, sich ausdehnte.

Es war Ball dort, als am Namensfest des Königs, das die Freilinger, wie sie sagten, aus purer Gewissenhaftigkeit nie ungefeiert vorbeiließen. Morgens waren die Milizen ausgerückt, hatten prächtige Kirchenparade gehalten und kümmerten sich in ihrem Patriotismus wenig darum, daß die Dragoner, welche als Garnison hier lagen, sie laut genug bekrittelten. Mittags war herrliches Diner gewesen, an welchem jedoch nur die Herren Anteil genommen und solange getrunken und getollt hatten, bis sie kaum mehr mit dem Umkleiden zum Ball fertig geworden waren.

Auf Schlag sieben Uhr aber war der Ball bestellt, dem die Freilinger Schönen und Nichtschönen schon seit sechs Wochen entgegengeseufzt hatten. Schön konnte er diesmal werden, dieser Ball; hatte ihn doch Hofrat Berner arrangiert, und das mußte man ihm lassen, so viele Eigenheiten er sonst auch haben mochte: einen guten Ball zu veranstalten, verstand er aus dem Fundament.

Die Wagen hatten nach und nach alle ihre köstlichen Waren entladen; die Damen hatten sich aus den neidischen Hüllen der Pelzmäntel und Schals herausgeschält und saßen jetzt in langen Reihen, alle in unchristlichem Wichs, an den Wänden hinauf. Es war der erste Ball in dieser Saison. Der Landadel hatte sich in die Stadt gezogen, Kranke und Gesunde waren aus den Bädern zurückgekehrt; es ließ sich also erwarten, daß das Neueste, was man überall an Haarputz und Kleidern bemerkt und in feinem, aufmerksamem Herzen bewahrt hatte, an diesem Abend zur Schau gestellt werden würde. Daher füllte die erste halbe Stunde eine Musterung der Coiffüren und Girlanden, und das Bebbern und Wispern der rastlos gehenden Mäulchen schnurrte betäubend durch den Saal. Endlich aber hatte man sich satt geärgert und bewundert und fragte überall, warum der Hofrat Berner das Zeichen zum Anfang noch nicht geben wolle.

Das hatte aber seine ganz eigenen Gründe; man sah ihm wohl die Unruhe an; aber niemand wußte, warum er, ganz gegen seine Gewohnheit, unruhig hin- und herlaufe, bald hinaus auf die Treppe, bald herein ans Fenster renne. Sonst war er Punkt fünf Uhr mit seinem Arrangement fertig gewesen und hatte dann ruhig und besonnen den Ball eröffnet; aber heute schien ein sonderbarer Zappel das freundliche Männchen überfallen zu haben.

Nur _er_ wußte, warum alles warten mußte; keinem Menschen, soviel man ihn auch mit Schmeichelwörtchen und schönen Redensarten bombardierte, vertraute er ein Sterbenswörtchen davon; er lächelte nur still und geheimnisvoll vor sich hin und ließ nur hie und da ein "werdet schon sehen"--"man kann nicht wissen, was kommt" fallen.

Wir wissen es übrigens und können reinen Wein darüber einschänken: Präsidents Ida war vor
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